Es wird vermutet, dass Junge eine Verkürzung aus der attributiven Verwendung des Adjektivs jung ist (zum Beispiel der junge Geselle / Mann). Allerdings gab es auch im Mittelhochdeutschen das Wort junge (Jüngling, Jünger), wobei es sich wahrscheinlich um eine Substantivierung des Adjektivs handelt.
Meanings
männliches Kind
Das Kind, das Ellen bekommt, wird ein Junge. Die Hebamme rief: „Es ist ein Junge." Ein kleiner Junge spielt mit dem Ball. „Jungs, kommt mal alle her!“
„Ritter faszinieren kleine Jungs (große mitunter auch), und Mittelalterfestspiele in Burghöfen locken scharenweise die Familien an.“ Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit. 7. Auflage. Galiani, Berlin 2016, ISBN 978-3-86971-126-3 , Seite 123.
„Als Junge war ich mal im Zirkus.“ Edgar Hilsenrath: Der Nazi & der Friseur. Roman. 15. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-13441-5, Seite 377. Zuerst 1977 erschienen.
„Der Schotte McDonald brachte seinen beiden Jungen einen Luftballon vom Jahrmarkt mit.“ Frank N. Stein: Böse Witze. Mit Illustrationen von Harry Madcock. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2001, ISBN 3-423-62060-9, Seite 110.
„Zwei Jahre lang sah sie blaß und düster aus, aber seitdem sie die beiden Jungens und das Mädchen hat, ist sie wieder die schöne Frau von vordem und blüht wie eine Rose.“ Hermann Löns: Die Häuser von Ohlenhof. Der Roman eines Dorfes. In: Hans A. Neunzig (Herausgeber): Hermann Löns, Ausgewählte Werke IV. Nymphenburger, München 1986, ISBN 3-485-00530-4, Seite 195-318, Zitat Seite 242.
Sie hat drei Jungens aus Wuppertal getroffen.
(colloquial) junger Mann; der Plural Jungen / Jungens steht manchmal auch für Mannschaft (s. unten)
„Er bestellte ein Bier und sah, während der Junge hinter der Theke zapfte, den Bildern eines amerikanischen Fernsehfilms zu.“ Doris Gercke: Auf Leben und Tod. Ein Bella Block Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 1995, ISBN 3-455-02289-8, Seite 11.
Ihr Sohn ist ein netter Junge. „Na, mein Junge, wie geht es dir?“
„Die Jungens von der gegnerischen Mannschaft riefen mich »Itzig«, sagten, ich hätte den Fußball verhext, fragten mich, ob mein Vater, der Chaim Finkelstein, auch ins Waschbecken pinkelte wie der Stiefvater meines Freundes Max Schulz, ob er seiner Frau auch den Hintern versohle, und wenn nicht, warum nicht?“ Edgar Hilsenrath: Der Nazi & der Friseur. Roman. 15. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-13441-5, Seite 32. Zuerst 1977 erschienen. Kommafehler korrigiert.
„So schickte man den Jungen hin und her.“ Djin Ping Meh. Schlehenblüten in goldener Vase. Band 2, Ullstein, Berlin/Frankfurt am Main 1987 (übersetzt von Otto und Artur Kibat), ISBN 3-549-06673-2, Seite 48 . Chinesisches Original 1755.
(outdated) Kurzform für Lehrjunge
Der Bäcker schickt seinen Jungen mit den Kuchen zu uns.
(regional) Bube im Kartenspiel
Theodor hat natürlich gleich am Anfang schon mit dem höchsten Jungen gestochen.