mittelhochdeutsch luft, althochdeutsch luft, germanisch *luftu- „Luft“, belegt seit dem 8. Jahrhundert.
Meanings
(no-plural) überwiegend aus Stickstoff und Sauerstoff bestehendes Gasgemisch, das Lebewesen zum Atmen benötigen
„Die Luft in der Hütte war verbraucht und muffig und roch nach Petroleum.“ Marc Steadman: Schwarze Chronik. Ein Südstaaten-Dekameron. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980 (übersetzt von Elisabeth Schnack), ISBN 3-596-22489-6, Seite 170 (englisches Original 1970) .
Könnte bitte jemand ein Fenster aufmachen, die Luft ist ja zum Schneiden.
„Diese Luft reizte zum Schnuppern.“ Edgar Hilsenrath: Der Nazi & der Friseur. Roman. 15. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-13441-5, Seite 329 (zuerst 1977 erschienen) .
Menschen und viele Tiere beziehen den lebensnotwendigen Sauerstoff aus der Luft, einige Tiere aus dem Wasser.
„Die Luft ist erfüllt von Abgasen, dem Geräusch von Hupen, Bremsen, laufenden Motoren, Schimpfwörtern.“ Nava Ebrahimi: Sechzehn Wörter. Roman. btb, München 2019, ISBN 978-3-442-71754-5, Seite 95 .
Die Luft strömt durch eine Lüftungsgitter in den Raum hinein.
(literary, plural) Raum, Bereich oberhalb der Erdoberfläche
Wir könnten das Baumhaus in die Luft jagen, um zu probieren, ob der Sprengstoff hält, was der Verkäufer versprochen hat.
Die Kritiker haben das neue Buch in der Luft zerrissen.
Der Heißluftballon erhob sich langsam in die Luft.
Du brauchst doch nicht gleich in die Luft zu gehen, nur weil ich ihren Namen erwähne.
Die Luft ist rein, du kannst jetzt kommen, meine Eltern sind auf dem Ball und kommen nicht vor 1 Uhr zurück.
Und dann ist das Gebäude mit einem ohrenbetäubenden Knall in die Luft geflogen.
„Vierhundert Jahre vor Lilienthal träumte bereits ein anderes Genie davon, sich mit einem Fluggerät durch die Luft zu bewegen.“ Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, Seite 104 .
(plural, poetic) leichter Wind
Wenn man den befeuchteten Finger in die Höhe hält, kann man spüren, woher die Luft kommt.
(no-plural, short-form) Atemluft
Komm, lass uns die Beine vertreten und frische Luft schnappen.
Nach zwei Jahren ist der Eigentümerin die Luft ausgegangen, und seitdem steht das Gebäude leer.
Ihr könnt schon weitermachen, aber ich muss erst mal Luft holen, eine kleine Pause sei einer alten Frau vergönnt.
Als seine Frau im rosa Nachthemd in der Tür erschien, blieb ihm die Luft weg.
Plötzlich bekam sie keine Luft mehr.
(metaphoric) charakteristische Atmosphäre
Hier kannst du die Luft der großen, weiten Welt schnuppern.
Wer hat noch nicht von ihr gehört, der berühmten Berliner Luft?
Der Frühling liegt in der Luft, aber auch der Bürgerkrieg, wenn wir alle Zeichen richtig deuten.
Uh, dicke Luft, da gehe ich lieber wieder, sag Bescheid, wenn alles wieder ok ist.
(no-plural) Platz, im Sinne von Raum für Bewegungsmöglichkeiten
Gut, dass die Abordnung im Schnee steckengeblieben ist, da haben wir etwas Luft für die Planung gewonnen.
Ich kann jetzt nicht, ich muss erst wieder Luft kriegen, dann bin ich selbstverständlich für Sie da.
Zieh die Schraube nicht so fest an, die muss noch etwas Luft haben.
Sie machte ihrem Herzen Luft und gestand der besten Freundin, wie verliebt sie war.
Passt, wackelt und hat Luft!
(no-plural) Ausdruck für etwas, das nicht vorhanden ist, oft in festen Redewendungen, wie zum Beispiel jemand ist für jemanden Luft
Alle meine Träume haben sich in Luft aufgelöst.
Es war überhaupt nichts zwischen uns, gut, wir waren zwar im Zelt zusammen, aber, heiße Luft macht keine Flecken.
Hallo Trixie, kannst du mal die Luft aus dem Glas machen? Ich brauche unbedingt noch ein Helles.
Das ist doch alles heiße Luft und nichts dahinter!
Er hing völlig in der Luft, weil niemand ihm seine Diagnose erklären wollte.
Er ist nur noch Luft für mich.
(no-gloss) [no gloss]
„Marseille war nur noch eine Tagesfahrt entfernt, und als ich durch Südfrankreich fuhr, wehte mir warme Luft ins Gesicht.“ Lois Pryce: Mit 80 Schutzengeln durch Afrika. Die verrückteste, halsbrecherischste, schrecklich-schönste Reise meines Lebens. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2018 (übersetzt von Anja Fülle, Jérôme Mermod), ISBN 978-3-7701-6687-9, Seite 21 (englisches Original 2009) .
(Swiss Standard German, dialektal, dialektnah, oder) eine gerichtete Luftbewegung in der Atmosphäre
„Wenn der Luft über die Stoppeln weht, so geht’s dem Winter zu.“ Melchior Kirchhofer: Wahrheit und Dichtung. Sammlung Schweizerischer Sprüchwörter. Ein Buch für die Weisen und das Volk. Orell, Füßli und Compagnie, Zürich 1824 (Digitalisat).
„Seine Speckseitekutte ließ er wadeln hinter sich, dass es fry einen Luft gab.“ Jeremias Gotthelf: Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Doktern geht. Band 2. Jent und Gaßmann, Solothurn 1843, Seite 376 (Google Books).