Lehnwort aus mittelniederdeutsch pinke ^(→ gml) beziehungsweise aus mittelniederländisch pink ^(→ dum), dessen weitere Herkunft unklar ist; Grimm geht von einer Entlehnung über niederländisch (holländisch) pink ^(→ nl) aus französisch pinque ^(→ fr) und portugiesisch pinque ^(→ pt) aus; dieser Annahme widersprechen jedoch sowohl für das Französische das CNRTL als auch das »Michaelis. Moderno Dicionário da Língua Portuguesa« für das Portugiesische — in beiden wird für die jeweilige Sprache angeführt, dass das französische pinque ^(→ fr) beziehungsweise das portugiesische pinque ^(→ pt) aus dem Niederländischen entlehnt wurde und nicht umgekehrt
Meanings
(Nautik (alt)) Segelschiff im Küstenmeer der Nord- und Ostsee
„Gebt mir drey Tage nur, um heimlich eine Pinke / Zu miethen, die nicht fern in einer sichern Bucht / Vor Anker liegen soll, bereit, beym ersten Winke, / So bald der Augenblick zur Flucht / Uns günstig wird, frisch in die See zu stechen.“ Christoph Martin Wieland: Oberon. In: Projekt Gutenberg-DE. Eilfter Gesang; Vers 42 (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
[1] seit dem 19. Jahrhundert (1840) bezeugte Entlehnung aus dem Rotwelschen (Gaunersprache), in der es eine Ableitung zu dem nur noch landschaftlich gebräuchlichen Verb pinken „hämmern, hart auf etwas schlagen, sodass ein heller, metallischer Klang entsteht“ ist, dessen Ursprung lautmalender Natur ist; das Benennungsmotiv wäre demnach der klimpernde Klang der Münzen; vergleiche die Interjektion »pink, pink«
[2] seit dem 19. Jahrhundert bezeugt
[3] seit 1900 in der Sprache der Kartenspieler bezeugt
Meanings
(colloquial) Geld; Goldmünzen
„Endlich aber zog er verstohlen ein paar Fünfmarkscheine aus der Tasche. Was sagst du nun? Ich war natürlich baff. Wo hast du bloß die viele Pinke her? fragte ich nochmal.“ Arthur Zapp: Falsches Geld. In: Projekt Gutenberg-DE. Drittes Kapitel: Endlich eine Spur (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
„Ich drahtete sofort zurück, und sobald die Pinke ankam, stürzte ich zum Bahnhof.“ Henry Miller: Wendekreis des Krebses. Roman. 5. Auflage. Rowohlt, Reinbek 1963 (übersetzt von Kurt Wagenseil), Seite 333. Englisches Original Paris 1934.
(colloquial) Spielkasse
„Auf dem Tische stand eine Flasche oder ein Krug, je nachdem, was getrunken wurde, und da waren mit Kreide Striche angemacht, und wer verspielte, mußte bis zu dem nächsten Striche trinken und ein Stück Geld in die Pinke schmeißen.“ Hermann Löns: Der letzte Hansbur. In: Projekt Gutenberg-DE. Der Blaurand (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
(colloquial) Spiel beim Skat, bei dem jeder gebende Spieler einen festgelegten Betrag auf einen Teller legt
„»Herrgott noch mal!« fuhr ihn plötzlich Fritz Heiking an, »hast noch den dritten Jungen in der Pinke und stichst nicht?!«“ Joseph von Lauff: Sankt Anne. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel I (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *