Words, grammatical forms and meanings linked to the ontology.
Pfeifendeckel de · INTJ
Pronunciation
Etymology
Der seit dem späten 19. Jahrhundert bezeugte idiomatische Ausdruck meint vielleicht, dass der/die Betreffende einen sinnbildlichen Deckel auf seine/ihre „Pfeife“ ‚Mund‘ tun – also: verstummen – solle. Möglich ist auch, dass er mit der im ersten Abschnitt genannten zweiten Bedeutung in Zusammenhang steht.
Meanings
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(regional) drückt Enttäuschung darüber aus, dass die zuvor geäußerte Erwartung, der zuvor geäußerte Wunsch oder dergleichen nicht eingetreten ist, sondern genau das Gegenteil
„Wird vor diesem Hintergrund langsam umgedacht? Pfeifendeckel.“
Rentenversicherung in bedrohlicher Schieflage: Die Verwaltung des Mangels. In: Nürnberger Zeitung. 23. Oktober 2002 .„Der hat’n Verhältnis mit ’ner Platzanweiserin im Palast, und beim Schlagersingen in «Altbayern» hat er ’n zweiten Preis gemacht, und vorher isser mit der Barfrau vom «Clou» gegangen, jawohl, mit deiner Freundin Effi, die du angeblich so genau kennst, aber Pfeifendeckel!“
Manfred Bieler: Maria Morzeck oder Das Kaninchen bin ich. Roman. Biederstein Verlag, München 1969, Seite 150 (Zitiert nach Google Books) .„Haben die jemals 15 Millionen vom BMU gekriegt, um ihre Elektroleichtmobile zu optimieren? Pfeifendeckel.“
Martin Unfried: Herr Gabriel, her mit den 15 Millionen! In: taz.die tageszeitung. Nummer 8622, 4. Juli 2008, ISSN 1434-4459, Seite 14 (tazzwei) .„Wo aber Gefahr ist, da wächst das Rettende auch? Ja, Pfeifendeckel, wo Gefahr ist, da wächst schon bei Molière nur noch das Fundamentalistische.“
Filialleiter seiner eigenen Samenbank. In: Stuttgarter Zeitung. 19. Dezember 2007, Seite 29 .„Und? Sind dadurch neue Arbeitsplätze entstanden? Pfeifendeckel!“
Steffen Mack: „Unverschämtheit“ von Horst Köhler. In: Mannheimer Morgen. 19. März 2005 .«Und hat es etwas genützt? Pfeifendeckel!»
Alle meine Schlüssel. In: NZZ am Sonntag. 8. August 2010, Seite 55 (NZZaS Archiv-URL, abgerufen am 4. August 2021) .„Schließlich, so hofften die Ballveranstalter, die Maschkera-Produzenten und die sonstigen Zulieferer der Gaudi-Industrie, die Luftschlangenschneider und die Konfettischnipsler etwa, muß nach der Abstinenz des Golfkriegs-Jahres das Temperament doch überschäumen, müssen die Tanzbeine ganz besonders heftig jucken. Pfeifendeckel!“
Die Gaudi macht keine Gaudi mehr. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Februar 1992, ISSN 0174-4917 .
Coordinates
nichts da · wohl kaum · als ob · gedacht · von wegen · denkste · falsch
Synonyms
Hustekuchen · Deutschland · Pfiffkas · Pustekuchen · Schnecken · Flötepiepen · Pusteblume
Pfeifendeckel de · NOUN
Pronunciation
Etymology
strukturell:
Determinativkompositum, zusammengesetzt aus den Substantiven Pfeife und Deckel mit dem Fugenelement -n
etymologisch:
Die zweite Bedeutung ist seit 1870 bezeugt.
Meanings
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Deckel auf dem Pfeifenkopf
„Die Stimme ſchwieg; man hörte nur das Pfauchen der rauchſaugenden Lippen und das Zuklappen eines Pfeifendeckels.“
P. K. Rosegger: Die Schriften des Waldschulmeisters. 1. Auflage. Verlag von Guſtav Heckenaſt, Peſt 1875, Seite 11 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .„‚Ruhe iſt die erſte Bürgerpflicht!‘ oder ſo was, — ich hab’s vergeſſen — klappte ſeinen Pfeifendeckel zu, drehte ſich langſam um und ging in’s Haus zurück.“
Jakob Corvinus: Die Chronik der Sperlingsgaſſe. 1. Auflage. Verlag von Franz Stage, Berlin 1857, Seite 142 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv) .
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(colloquial, outdated) jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt
«Mach schon, du Pfeifendeckel!»
fasnacht.uusegryffe. In: Basler Zeitung. Nummer 49, 27. Februar 2007, Seite 20 .„Auch die stahlblauen Arieraugen des Parteichefs können die schlagfertige Parteichefin nicht beeindrucken, vielmehr kanzelt sie ihn vor seinem Kameraden von den Burschenschaften wie einen vorlauten Pfeifendeckel ab.“
Joachim Riedl: Albtraum in Blau. In: Zeit Online. Nummer 1, 27. Dezember 2013, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 4. August 2021) .„Gegebenenfalls könnten damit weitere Pfeifendeckel gemeint sein, denn auch Taugenichtse oder Nichtsnutze werden so genannt.“
Birgit Weidinger: Fragen der Leser. In: Süddeutsche Zeitung. 6. August 2011, ISSN 0174-4917, Seite V2/2 (SZ Wochenende) .
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((Österreich-Ungarn), casual, historical, military, regional, slang) Soldat, der als Diener eines Offiziers wirkte
„Ein immer noch vergleichsweise mickriger Feldwebel, der als so genannter Pfeifendeckel der Frau Generalin vielleicht Lippenstift und Puderquasterl nachzutragen gehabt hätte?“
Staberl. In: Neue Kronen Zeitung. 10. April 2000, Seite 6 .„In einem alten schwäbischen Buch über die Kriegskunst finden wir auch Winke für Offiziersdiener. Der Putzfleck alter Zeiten sollte fromm, tugendhaft, wahrheits-liebend, bescheiden, tapfer, kühn, ehrlich, arbeitsam sein. Kurz, das Muster eines Menschen. Die Neuzeit hat an diesem Typus viel geändert. Der moderne ‚Pfeifendeckel‘ pflegt für gewöhnlich weder fromm noch tugendhaft und auch nicht wahrheitsliebend zu sein. Der moderne Putzfleck lügt, betrügt seinen Herrn und verwandelt dessen Leben häufig in eine wahre Hölle. Er ist ein schlauer Sklave, der die mannigfachsten Tricks ersinnt, um seinem Herrn das Leben zu verbittern.“
Jaroslav Hašek: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk während des Weltkrieges. 6. nach dem tschechischen Original überprüfte Auflage in einem Band, Dietz Verlag, Berlin [1962] (Originaltitel: Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války, übersetzt von Grete Reiner), Seite 200–201 (Zitiert nach Internet Archive; deutsche Erstausgabe 1926) .„Er war 21 Jahre alt und schlug sich ganz gut als Offiziersdiener durch, als ‚Pfeifendeckel‘, wie die Wiener sagten.“
Die andere Seite. In: profil. 31. August 2009, ISSN 1022-2111, Seite 32 .
Forms
Coordinates
Dümmling · Nichtsnutz · Taugenichts · Gimpel
Hypernyms
Deckel · Person
Synonyms
Winke · Offiziersdiener · Putzfleck · Offiziersbursche
Translations (20)
fr ordonnance (Soldat, der als Diener eines Offiziers wirkte) · fr fourneau (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt) · en shrimp (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt) · en pipe bowl lid (Deckel auf dem Pfeifenkopf) · be дзяншчык (Soldat, der als Diener eines Offiziers wirkte) · en nothingburger (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt) · en clod (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt) · en dullard (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt) · ru денщик (Soldat, der als Diener eines Offiziers wirkte) · uk денщик (Soldat, der als Diener eines Offiziers wirkte) · sv kalfaktor (Soldat, der als Diener eines Offiziers wirkte) · fr couvercle (Deckel auf dem Pfeifenkopf) · en pipe lid (Deckel auf dem Pfeifenkopf) · en dolt (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt) · en bowl lid (Deckel auf dem Pfeifenkopf) · en nonentity (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt) · en batman (Soldat, der als Diener eines Offiziers wirkte) · sv piplock (Deckel auf dem Pfeifenkopf) · en dunce (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt) · en wally (jemand, der nicht ernst genommen wird, der keinen Einfluss besitzt und/oder mitunter auch als dümmlich gilt)