Zivil de · NOUN
Pronunciation
- rhymes iːl
- audio
- [t͡siˈviːl]
- [t͡siˈviːl] (standardsprachlich (Deutschland, Österreich))
- [t͡siˈfiːl] (standardsprachlich (Schweiz))
Etymology
Die erste Bedeutung des Wortes, die wohl nach dem gleichbedeutenden französischen Ausdruck (tenue) civile ^(→ fr) lehngebildet wurde, ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts, zunächst in der Form Civil, bezeugt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die zweite Bedeutung aus dem französischen civil ^(→ fr) übernommen (vergleiche »Räuberzivil«).
Meanings
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(rare) Bereich der Gesellschaft, des Lebens beziehungsweise Teil der Bevölkerung, der nicht zum Militär gehört
„Gerade fuhr ein Zug, besetzt mit deutschen Soldaten, ein. Kein Platz für Zivil.“
Tilla Durieux: Eine Tür steht offen. Erinnerungen. Herbig, Berlin-Grunewald 1954, Seite 322 (Zitiert nach Google Books) .„Aber ein Artilleriebeschuss auf Gaza wäre inakzeptabel, weil dabei vor allem das Zivil Gazas getroffen würde.“
Michael Wolffsohn, Roderich Kiesewetter, Rainer Stinner, Claudia Haydt, Agnieszka Brugger, Andrej Hunko, Melanie Kuhn: Braucht Deutschland Killerdrohnen? In: taz.die tageszeitung. Nummer 10034, Jahrgang 34 (Sonntaz), 16. Februar 2013, ISSN 0931-9085, Seite 18 .„Auf der Offizierstribüne litt selbstverständlich die Haltung nicht im geringsten, beim Zivil machte sich immerhin eine gewisse Unruhe bemerklich.“
Ebenda, Seite 487.„Links die Herren Offiziere waren, wie Diederich feststellte, durch ihre ins Blut übergegangen Disziplin befähigt, sich und ihre Damen ohne fremde Hilfe einzurichten; alle Strenge der polizeilichen Überwachung war nach rechts verlegt, wo das Zivil sich um die Sitze balgte.“
Heinrich Mann: Der Untertan. Roman. 5. Auflage. Aufbau Verlag, Berlin 1949, Seite 476 (Illustriert von Martin Hänisch) .„Manche spielen mit, manche grinsen darüber oder zucken die Achseln; man spielt ja auch, denkt der laufende Mann, mit ihnen Heer im Kriege, während sie doch nur noch verhaftetes Zivil sind, beschlagnahmtes Volk, zu Kriegsdiensten gepreßt von den herrschenden Klassen, den Fürsten, Fabrikherren, Beamten, Berufsoffizieren, Junkern, Bankleuten, Oberlehrern, Pastoren, Zeitungsschreibern und ihren Weibern, ihrem Anhang.“
Arnold Zweig: Einsetzung eines Königs. Roman. Aufbau Verlag, Berlin 1950, Seite 9 (Der 4. Roman des Grischa-Zyklus. - Ausgabe für Berlin und die DDR. - Copyright 1937 by Querido-Verlag Amsterdam) .„Nach dem Willen des Führers und der Partei war das Volk vollständig nach militaristischen Grundsätzen organisiert, es wurde gewissermaßen im Ganzen aus dem verachteten Stand des Zivils zum Soldatischen befördert.“
Hagen Schulze: Staat und Nation in der europäischen Geschichte. 2., durchgesehene Auflage. C.H. Beck, München 1994, ISBN 3-406-38507-9, Seite 311 (Zitiert nach Google Books) .„In Zivil war er Fotograf.“
Elisabeth Herrmann: Das Kindermädchen. Roman. Rotbuch Verlag, Hamburg 2005, ISBN 978-3-434-53138-8, Seite 245 (Zitiert nach Google Books) .
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im Privat- beziehungsweise Zivilleben getragene Kleidung; bürgerliche (zivile), nicht dienstliche Kleidung
„Bei unserem Polizeirevier holte ich einen Kriminalbeamten in Zivil ab, dessen Aufgabe es war, Brummers Heimkehr zu sichern.“
Johannes Mario Simmel: Affäre Nina B. Roman. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1960 (rororo Taschenbuch; Ausgabe 359), Seite 162 (Lizenz des Zsolnay Verlag, Hamburg/Wien) .„Der Arzt kam schnell, ein hochgewachsener und gutaussehender Mittvierziger; er maß ebenfalls den Blutdruck, hörte das Herz ab, gab mir ein Medikament (nachdem er das von mir mitgeführte als »wahrscheinlich schon zu alt« abgewiesen hatte), verordnete Ruhe und setzte sich danach an den für ihn neu gedeckten Frühstückstisch zu fröhlicher Unterhaltung mit dem Hausherrn (der jetzt ein abgenutztes Zivil trug) und der Pani Helena.“
Willy Kramp: Wider die Krebsangst. Chronik eines Kampfes. 1. Auflage. Quell Verlag, Stuttgart 1986, ISBN 3-7918-1068-5, Seite 92 (Zitiert nach Google Books) .„Nur die Machtfaktoren sind umgewichtet; statt des (Räuber-) Zivils der korrupten Oligarchen bestimmen die Uniformen das Bild.“
Karl Grobe: Gefährliche Studenten. In: Frankfurter Rundschau. 27. Mai 1998, ISSN 0940-6980, Seite 3 .„Und selbst ein Soldat, der den ganzen Grundwehrdienst von 15 Monaten abgeleistet hat, muß, wenn er denn hernach vor seiner ersten Einberufung zu einer Wehrübung als Verweigerer anerkannt wird, noch fünf Monate in Zivil nachdienen, damit er die ‚lästige Alternative‘ erfüllt.“
Hans Schueler: Der Streit um den Zivildienst: Trägt die Uniform sich schwerer? Keine neuen Argumente vor dem Bundesverfassungsgericht. In: DIE ZEIT. Nummer 07, 8. Februar 1985, ISSN 0044-2070 (Zeit-Archiv, abgerufen am 7. Dezember 2014) . Im Originalsatz ist einzig das Wort »wenn« kursiv gesetzt.„Ständig klappten die Türen, immer kamen und gingen Beamte in Zivil, in Uniform.“
Hans Fallada: Wolf unter Wölfen. Roman. 4. Auflage. Teil 1: Die Stadt und ihre Ruhelosen, Aufbau Verlag, Berlin/Weimar 1979, Seite 224 (Ausgabe für die sozialistischen Länder) .„Mittlerweile gab es kaum noch gesunde junge Männer, die nicht in Uniform herumliefen, so daß ich jetzt erst recht auffiel, weil ich Zivil trug, was mich um so befangener machte.“
Hans J. Massaquoi; mit einem Nachwort von Ralph Giordano: »Neger, Neger, Schornsteinfeger!« Meine Kindheit in Deutschland. Vollständige Taschenbuchausgabe, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur, ©1999 (Originaltitel: Destined to Witness, übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann aus dem Amerikanischen), ISBN 978-3-426-61854-7, Seite 222 (Lizenzausgabe mit Genehmigung des Scherz Verlages, Bern/München/Wien) .„Die gleißenden Uniformen des Vergnügens und die Schultern und Schenkel und überirdischen Gesichter: der eine Uhrenschlag hatte sie alle gefressen, jetzt eilten sie, unterschiedslos, in hartem Zivil, auseinander.“
Martin Walser: Ehen in Philippsburg. Roman. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-37709-4, Seite 85 .„Ich hatte am folgenden Nachmittag keinen Dienst und zog mir Zivil an, um bei dem schönen Wetter etwas spazieren zu gehen.“
Ludwig Renn: Adel im Untergang. Aufbau Verlag, Berlin 1947, Seite 268 (Zitiert nach Google Books) .
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(Swiss Standard German) rechtlicher Status einer Person in Bezug darauf, ob sie ledig, verheiratet, verwitwet oder geschieden ist
Beim Verhör hatten sie ihr Zivil anzugeben.
Nach ihrem Zivil befragt, hob sie – genervten Blickes – die Hand vor das Gesicht ihres Visavis und streckte den beringten Ringfinger heraus ohne ein Wort zu verlieren.
Forms
| Spelling | Features | Labels | Source |
|---|---|---|---|
| Zivil | Case=Nom, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Zivil | Case=Acc, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Zivil | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Civil | Gender=Neut | obsolete | lexicographic |
| Zivils | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic |
Antonyms
Dienstkleidung · Militär · Arbeitskleidung · Kluft · Uniform · Montur
Coordinates
Deriveds
Zivilingenieur · Zivilangehöriger · Zivilanzug · Zivilstandsamt · Zivilrecht · Zivilrecht · Zivilperson · Zivilstandsregister · Zivilkleid · Zivilbaumeister · Zivilgebäude
Hypernyms
Hyponyms
Relateds
in Zivil umsteigen · Sekt in Zivil · aussehen wie das Leiden Christi in Zivil · Leiche in Zivil
Synonyms
Stand · Familienstand · Personenstand · Zivilbrocken · Zivilpelle · Zivilkleidung · Zivilkleid · Zivilgelump · Zivilstand · Deutschland · Österreich
Translations (19)
sr брачно стање (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes) · en civilian clothes (im Privat-/Zivilleben getragene Kleidung; bürgerliche, nicht dienstliche Kleidung) · en civilian population (Bereich der Gesellschaft, des Lebens beziehungsweise Teil der Bevölkerung, der nicht zum Militär gehört) · fr statut matrimonial (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes) · fr situation matrimoniale (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes) · en civilians (Bereich der Gesellschaft, des Lebens beziehungsweise Teil der Bevölkerung, der nicht zum Militär gehört) · fr état civil (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes) · en plain clothes / plain-clothes (im Privat-/Zivilleben getragene Kleidung; bürgerliche, nicht dienstliche Kleidung) · sr цивилна одећа (im Privat-/Zivilleben getragene Kleidung; bürgerliche, nicht dienstliche Kleidung) · en marital status (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes) · sr цивилно становништво (Bereich der Gesellschaft, des Lebens beziehungsweise Teil der Bevölkerung, der nicht zum Militär gehört) · fr civil (im Privat-/Zivilleben getragene Kleidung; bürgerliche, nicht dienstliche Kleidung) · fr situation de famille (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes) · fr état matrimonial (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes) · fr situation familiale (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes) · fr civil (Bereich der Gesellschaft, des Lebens beziehungsweise Teil der Bevölkerung, der nicht zum Militär gehört) · en civilian clothing (im Privat-/Zivilleben getragene Kleidung; bürgerliche, nicht dienstliche Kleidung) · en civil life (Bereich der Gesellschaft, des Lebens beziehungsweise Teil der Bevölkerung, der nicht zum Militär gehört) · en civil status (Schweiz: rechtlicher Status einer Person hinsichtlich des Familienstandes)