Wittib de · NOUN
Pronunciation
- [ˈvɪtɪp]
- audio
Etymology
Das Wort geht auf das seit dem 14. Jahrhundert in der Literatursprache bezeugte spätmittelhochdeutsche wittib ^(→ gmh) / witib ^(→ gmh) zurück, einer bairischen Lautform von Witwe, in der auslautendes -w zu -b geworden ist; sie hält sich längere Zeit in der Kanzleisprache und altertümelnd in der Dichtung.
Meanings
-
(Bavarian, outdated, sonst) Frau, deren Ehepartner beziehungsweise Ehepartnerin verstorben ist (und die [noch] nicht wieder geheiratet hat)
„Dabei hat sie gar keinen, weil der ihrige vor zehn Jahren schon gestorben ist. Sie ist eine Wittib.“
Heimito von Doderer: Die Dämonen. Nach der Chronik des Sektionsrates Geyrenhoff. Roman. Siebentes bis zehntes Tausend, Biederstein Verlag, München 1957, Seite 870 (Google Books; Erstausgabe 1956) .«Die Wittib erblaßte und verhüllte ihr Geſicht, wonach ſie genugſam ihr böſes Gewiſſen zu erkennen gab.»
Gottfried Keller: Eugenia. In: Sieben Legenden. 1. Auflage. G. J. Göſchen’ſche Verlagshandlung, Stuttgart 1872, Seite 25 (Deutsches Textarchiv) .„Andrea Herberstein, die verurteilt wurde, weil sie öffentliche Gelder missbräuchlich verbriet, richtete dieser Tage einen merkwürdigen Appell an den Obersten Gerichtshof. Sie stehe als Mutter von drei Kindern vor Gericht, sagte sie und gab zu bedenken: ‚Jedes Urteil ist nicht nur ein Urteil gegen mich, sondern auch ein Urteil gegen meine Kinder.‘ Was wollte sie damit sagen? Dass, wer drei Kinder geboren hat, über dem Gesetz steht? […] Oder wollte sie das Bild der armen Wittib beschwören, die, nur aus Not und um ihre hungernden Kleinen zu füttern, dem geizigen Bäcker ein Stück altbackenes Brot entwendet hat?“
Landleben. In: profil. 28. Februar 2011, ISSN 1022-2111, Seite 29 .„Neben dem Wanger hatte der Bachgaſſelesſchmied ein großes Haus auf dem Marktplatze; aber dieſer ‚Schmied‘ war eine lange, magere Wittib, die drei Söhne hatte, zwei rieſenſtarke Schmiedbuben und einen ſtummen, verkrüppelten Trottel, der auf den Händen im Hof herumrutſchte und die kurzen Beinſtumpen in zwei abgewetzten Ledertöpfen ſtecken hatte.“
Ludwig Ganghofer: Lebenslauf eines Optimiſten. Erſter Band: Buch der Kindheit, Adolf Bonz, Stuttgart 1920, Seite 63 (Google Books) .„War Euch nämlich eine gar fromme und gottesfürchtige Frau, die alte Wittib Hullagan, und in der katholiſchen Kirchengeſchichte ſchier ſo gut wie der Pfaffe bewandert, und mächtig empfindſam, ſo daß ſie richtig immer mit dem armen Sünder zum Galgen ging, und das Trinken umſonſt hergab, und wäre er wildfremd geweſen.“
Charles Sealesfield: Das Cajütenbuch oder nationale Charakteriſtiken. Zweiter Band, Druck und Verlag von Friedrich Schultheß, Zürich 1841, Seite 157–158 (Google Books) .
Forms
| Spelling | Features | Labels | Source |
|---|---|---|---|
| Witib | Gender=Fem | alternative, archaic | lexicographic |
| Wittiben | Case=Dat, Gender=Fem, Number=Plur | lexicographic | |
| Wittib | Case=Acc, Gender=Fem, Number=Sing | lexicographic | |
| Wittib | Case=Gen, Gender=Fem, Number=Sing | lexicographic | |
| Wittib | Case=Nom, Gender=Fem, Number=Sing | lexicographic | |
| Wittib | Case=Dat, Gender=Fem, Number=Sing | lexicographic | |
| Wittiber | Gender=Masc | sense_index:1 | lexicographic |
| Wittibe | Gender=Fem | variant | lexicographic |
| Wittibe | Case=Nom, Gender=Fem, Number=Plur | lexicographic | |
| Wittibe | Case=Acc, Gender=Fem, Number=Plur | lexicographic | |
| Wittibe | Case=Gen, Gender=Fem, Number=Plur | lexicographic |
Deriveds
Hypernyms
Hyponyms
Synonyms
mundartlich · Brasilien · Nordamerika · Witweib · Schweiz · Deutschland · Frankreich · Pennsylvaniadeutsch · selten · Rio Grande do Sul · Witfrau · Witwe · Elsass · Luxemburg · Lothringen