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Dictionary

Words, grammatical forms and meanings linked to the ontology.

Muff de · NOUN · etymology 1

Pronunciation

Etymology

Zu den Anfängen des deutschen Substantivs Muff finden sich verschiedene Varianten: Einigkeit besteht zunächst hinsichtlich der Zeit der Entstehung. Diese wird auf das 17. Jahrhundert datiert. Einmal soll die Bezeichnung des Kleidungsstücks jedoch die gekürzte Form des im 17. Jahrhundert gebräuchlichen Muffel darstellen. Dieses Muffel sei vermutlich einem mittelniederländischen moffel oder muffel ‚Pelzhandschuh‘ entlehnt, das im niederländischen mof ^(→ nl) weiterlebe. Eine andere Quelle erklärt diesen Prozess etwas anders: Muff soll daraus entstanden sein, dass das frühneuhochdeutsche muffe und das mittelniederländische muffe oder moffe ‚Pelzhandschuh‘ gekürzt wurden, woraufhin sich im 16. Jahrhundert das niederländische mof ^(→ nl) und im 17. Jahrhundert zunächst das neuhochdeutsche Pluralwort Muffen und das Femininum Muffe und später das maskuline Muff entwickelten. Hinsichtlich der weiteren Deutung ergeben sich wiederum keine nennenswerten Abweichungen mehr: Die mittelniederländischen Formen gehen über das französische moufle ^(→ fr) ‚dicker Handschuh‘ auf das altfranzösische mofle ‚Handfessel, Fäustling‘ und das mittellateinische muffula ^(→ la) ‚Fausthandschuh‘ zurück. Wahrscheinlich stammen die romanischen Formen aus dem Germanischen, auf welcher Ausgangsform sie beruhen, ist jedoch ungeklärt. Es wird gemutmaßt, dass hier ein Kompositum anzunehmen sein könnte, etwa ein altniederfränkisches *molfell mit der Bedeutung ‚weiches Fell‘, dessen erster Bestandteil an die Vorformen von mollig anzuschließen wäre und dessen zweiter Bestandteil sich von den Vorformen von Fell herleitet. Alternativ wird noch auf ein fränkisches mocha ‚Handschuhe‘ als Ausgangsform verwiesen.

Meanings

  1. eine Hülle aus Pelz oder gefüttertem Stoff zum Wärmen oder Warmhalten der Hände
    • Früher wurden Muffe nicht nur von Frauen getragen.
    • „Außerdem gab es eine feine Dame mit Muff, riesigem Pelzkragen und langer Zigarettenspitze.“ Cornelia Schmalz-Jacobsen: Russensommer. Meine Erinnerungen an die Befreiung vom NS-Regime. C. Bertelsmann, München 2016, ISBN 978-3-570-10311-1, Seite 78.
    • „Die Adeligen mit Muffs und Fischotterpelz unterhalten sich polnisch.“ Gabrielle Wittkop-Ménardeau: E. T. A. Hoffmann in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1966, ISBN 3-499-50113-9, Seite 45
    • „Ich ließ nun den Muff fallen, packte sie bei den Schenkeln, und der Nagel gab ihr festen Halt.“ Giacomo Casanova: Geschichte meines Lebens, herausgegeben und eingeleitet von Erich Loos, Band IV. Propyläen, Berlin 1985 (Neuausgabe) (übersetzt von Heinz von Sauter), Seite 79.
    • „Das Räubermädchen betrachtete sie ganz ernsthaft, nickte ein wenig mit dem Kopfe und sagte: ‚Sie sollen Dich nicht schlachten, selbst wenn ich Dir böse werde, dann werde ich es schon selbst thun!‘ und dann trocknete sie Gretchens Augen und steckte ihre beiden Hände in den schönen Muff, der weich und warm war.“ Hans Christian Andersen: Ausgewählte Märchen – Das kleine Räubermädchen. In: Projekt Gutenberg-DE. (URL) . Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *

Forms

SpellingFeaturesLabelsSource
Muffes Case=Gen, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic
Muffen Case=Dat, Gender=Masc, Number=Plur lexicographic
Muffs Case=Gen, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic
Muffe Case=Gen, Gender=Masc, Number=Plur lexicographic
Muffe Case=Acc, Gender=Masc, Number=Plur lexicographic
Muffe Case=Nom, Gender=Masc, Number=Plur lexicographic
Müffchen Gender=Masc diminutive, sense_index:1 lexicographic
Muff Case=Acc, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic
Muff Case=Dat, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic
Muff Case=Nom, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic

Deriveds

Muffe · Muffel

Hypernyms

Handwärmer · Kleidungsstück

Hyponyms

Pelzmuff

Translations (7)

nl mof (eine Hülle aus Pelz oder gefüttertem Stoff zum Wärmen oder Warmhalten der Hände) · en muff (eine Hülle aus Pelz oder gefüttertem Stoff zum Wärmen oder Warmhalten der Hände) · sv muff (eine Hülle aus Pelz oder gefüttertem Stoff zum Wärmen oder Warmhalten der Hände) · eo mufo (eine Hülle aus Pelz oder gefüttertem Stoff zum Wärmen oder Warmhalten der Hände) · fr manchon (eine Hülle aus Pelz oder gefüttertem Stoff zum Wärmen oder Warmhalten der Hände) · es manguito (eine Hülle aus Pelz oder gefüttertem Stoff zum Wärmen oder Warmhalten der Hände) · cs rukávník (eine Hülle aus Pelz oder gefüttertem Stoff zum Wärmen oder Warmhalten der Hände)

Muff de · NOUN · etymology 2

Pronunciation

  • rhymes ʊf
  • [mʊf]

Etymology

Die Bezeichnung Muff für einen modrigen Geruch stammt aus dem 17. Jahrhundert. Anfänglich stand das Wort wohl für einen dunklen, brummigen Ton, den jemand mit verzogenem Mund von sich gab. Dieser Höreindruck könnte sodann auf die Wahrnehmung eines dumpfen Geruchs übertragen worden sein, aufgrund dessen man die Nase verzog. Daraus ergäbe sich eine Herleitung von Muff aus der indoeuropäischen Schallwurzel *mū̌-. Bei Vernachlässigung des lautmalerischen Charakters von Muff könnte man das Wort auch an die indoeuropäische Wurzel *meu- oder *mū̌- ‚feucht, modrig‘ anschließen. Dann wäre Muff eine verwandte Form von Moder.

Meanings

  1. (North German) besonders unangenehmer, modriger Geruch
    • „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ (68er-Bewegung: bekannter Text eines Transparents, gerne als Kernsatz der Studentenbewegung zitiert) Wikipedia-Artikel „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“
    • Im Keller herrscht ein hartnäckiger Muff, der weder durch Lüften noch durch Putzen wegzukriegen ist.

Forms

SpellingFeaturesLabelsSource
Muffs Case=Gen, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic
Muff Case=Acc, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic
Muff Case=Dat, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic
Muff Case=Nom, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic
Muffes Case=Gen, Gender=Masc, Number=Sing lexicographic

Antonyms

Duft

Deriveds

müffeln · muffen · müffen · muffeln · muffig

Hypernyms

Gestank · Geruch

Synonyms

Mief · Muffigkeit

Translations (10)

sv odör (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · en niff (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · sv unken lukt (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · en stale air (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · en fug (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · fr odeur de renfermé (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · en frowst (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · en mustiness (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · es olor a moho (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch) · nl mufheid (besonders norddeutsch: unangenehmer, modriger Geruch)