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Dictionary

Words, grammatical forms and meanings linked to the ontology.

Kanzleisprache de · NOUN

Pronunciation

  • [kant͡sˈlaɪ̯ˌʃpʁaːxə]
  • audio
  • rhymes aɪ̯ʃpʁaːxə

Etymology

Determinativkompositum aus Kanzlei und Sprache

Meanings

  1. Schriftsprache der Kanzleien in frühneuhochdeutscher Zeit
    • „Die Meißener Kanzleisprache hatte sich seit dem späten 13. Jahrhundert herausgebildet, lag seit 1490 den Reichstagsbeschlüssen zugrunde und normierte auch die Verwaltungssprachen in Prag und Wien.“ Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit. 7. Auflage. Galiani, Berlin 2016, ISBN 978-3-86971-126-3 , Seite 44.
    • „In dieser Kanzleisprache (so nannte man das Amtsdeutsch dieser Zeit) waren viele mundartliche Ausdrücke einander angeglichen und in eine einheitliche Form gebracht worden.“ Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9 , Seite 67. Fett gedruckt: Kanzleisprache.
    • „Rechtschreibung, Lautstand und Formengebung differieren immer noch erheblich, Kanzlei- und Druckersprachen verschiedener regionaler Prägung gehen immer noch nebeneinander her.“ Richard von Kienle: Historische Laut- und Formenlehre des Deutschen. 2., durchgesehene Auflage. Niemeyer, Tübingen 1969, S. 12.
    • „An der Ausbreitung überlandschaftlicher Schreib- und Verkehrssprachen waren die Druckoffizinen im 16. Jh. so stark beteiligt, daß neben den Bezeichnungen Kanzleisprachen und ‚Geschäftssprachen‘ auch der Ausdruck ‚Druckersprachen‘ berechtigt erscheint.“ Gerhart Wolff: Deutsche Sprachgeschichte. Ein Studienbuch. Athenäum, Frankfurt 1986, Seite 110. ISBN 3-7610-2188-7
  2. (general) gelegentlich für Amtssprache
    • „Kanzleisprache: erst im 18. Jh. und nur vereinzelt vorkommende Bezeichnung für die in Kanzleien gebrauchte ‚Amtssprache‘.“ http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/e/ka/nzle/ispr/ache/kanzleisprache.htm
    • „In Nürnberg wird in jener oberdeutsch-ostmitteldeutschen Kolonialsprache gedruckt, die wir bereits bei Erörterung der Kanzleisprachen kennengelernt haben und für die eine einheitliche Dialektbezeichnung fehlt.“ Hans Eggers: Deutsche Sprachgeschichte. Band 2: Das Frühneuhochdeutsche und das Neuhochdeutsche. Rowohlt, Reinbek 1986, Seite 146. ISBN 3-499-55426-7.
    • „Seit dem 13. Jahrhundert gehörte Weißrussland zu Litauen. Es machte damals den Hauptteil des Staatsgebietes aus, die Weißrussische Sprache war zu der Zeit sogar Kanzleisprache (Amtssprache. Hierzu existiert der Hauptartikel Goldenes Zeitalter (Weißrussland)).“ http://infofrosch.info/g/ge/geschichte_weia_russlands.html
    • „In diesen Schriften begegnet uns das Jiddische als eine Art »Kanzleisprache«, als ein stark formelhaftes, hebraisiertes Jiddisch mit Einschlüssen längerer oder kürzerer hebräischer Phrasen, vergleichbar den lateinisch-deutschen Mischtexten christlicher Kanzleien.“ Marion Aptroot, Roland Gruschka: Jiddisch. Geschichte und Kultur einer Weltsprache. Originalausgabe, C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-52791-3, Seite 76.

Forms

SpellingFeaturesLabelsSource
Kanzleisprache Case=Acc, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Kanzleisprache Case=Gen, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Kanzleisprache Case=Nom, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Kanzleisprache Case=Dat, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Kanzleisprachen Case=Dat, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Kanzleisprachen Case=Nom, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Kanzleisprachen Case=Acc, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Kanzleisprachen Case=Gen, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic

Coordinates

Kanzleistil · Geschäftssprache · Amtssprache · Kanzleideutsch

Hypernyms

Sprache

Translations (2)

sv kanslispråk (Linguistik: Schriftsprache der Kanzleien in frühneuhochdeutscher Zeit) · sv kanslispråk (allgemein: gelegentlich für Amtssprache)