Hascherl de · NOUN
Pronunciation
Etymology
Das Wort ist seit dem 19. Jahrhundert bezeugt. Seine Herkunft ist unklar: Pfeifer zufolge ist es eine Bildung zum Verb haschen, bezeichnet somit eigentlich ‚das zu Ergreifende, Erhaschende‘, also das einzufangende Kleingetier oder das im Einkriegespiel einzuholende Kind, doch versehen mit einem Mitgefühl, Zuneigung oder Zärtlichkeit ausdrückenden Deminutivsuffix.
Meanings
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(Südostdeutschland, colloquial, Österr.) Person, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit, (bei anderen) Mitleid erregt (vor allem ein Kind oder eine von anderen abhängige Frau)
„Der Schlitten war ſchon in den Hof gezogen, als Roman plötzlich ſagte: ‚Du, da fallt mir ebbes ein! … Dös arme Haſcherl hat ja meinetwegen ihr Klaubholz verlieren müſſen. Geh, ſchieb ihrer Mutter die Klafter nunter, die auf’m Schlitten liegt.‘“
Ludwig Ganghofer; illuſtriert von Hugo Eugl: Der Dorfapoſtel. Hochlandsroman. Sechzehnte Auflage. Verlag von Adolf Bonz & Comp., Stuttgart [1900], Seite 62–63 (Zitiert nach Internet Archive) .„Es ist übrigens nicht schwer, sich Prokofjews vorindustrielles Aschenputtel in einer Küche mit Geschirrspüler vorzustellen. Die Küche müsste nur geräumig sein, damit das arme Hascherl verloren am Katzentisch der moralisch verwahrlosten Gesellschaft sitzen kann.“
Evelyn Finger: Das Märchen ist ein unheilbarer Patient. In: DIE ZEIT. Nummer 50, 2. Dezember 2004, ISSN 0044-2070, Seite 51 (Archiv-URL, abgerufen am 8. Januar 2012) .„Denn sie illustriert ein interessantes Frauenbild: Es sei ein für die Frauen ‚entwürdigender‘ Vorschlag zu sagen, ‚jetzt brauchen wir für euch Hascherln noch eine Extrarunde‘.“
Jeannine Hierländer: Von „Hascherln“ und „Damen“: Gleichstellung als Kulturproblem. In: DiePresse.com. 12. September 2011, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 6. Januar 2012) .„Der Arzt, an den sie empfohlen war, ein Mann mit einem goldenen Herzen, der es einem armen Hascherl schließlich sogar umsonst machte, der war, eben deshalb, von schuftigen Konkurrenten angezeigt worden.“
Lion Feuchtwanger: Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Erster Band, Querido Verlag, Amsterdam 1934, Seite 628 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe bei Gustav Kiepenheuer, Berlin 1930) .„Sie ſprach von ihrer ſeligen Herrſchaft, nannte mich wiederholt eine Doppelwaiſe und ein armes Haſcherl, bis ich zur allgemeinen Zufriedenheit endlich bitterlich zu weinen begann.“
Ernſt Penzoldt: Kleiner Erdenwurm. Romantische Erzählung. S. Fischer, Berlin 1934, Seite 21 (Zitiert nach Google Books) .
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(Südostdeutschland, colloquial, Österr.) ängstliche Person
„Warum soll dich denn jemand vergiften, du armes Hascherl? Das redst dir ein – weiter nix.“
Anton Mayer: Der Spielmann Gottes. Ein Mozart-Roman. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1932, Seite 332 .
- (Südostdeutschland, colloquial, Österr.) einfältige, unbeholfene Person
Forms
| Spelling | Features | Labels | Source |
|---|---|---|---|
| Hascherln | Case=Acc, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Hascherln | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Hascherln | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Hascherln | Case=Nom, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Hascherl | Case=Nom, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Hascherl | Case=Acc, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Hascherl | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Hascherls | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic |
Synonyms
Translations (28)
it bambino (Person, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit, (bei anderen) Mitleid erregt (vor allem ein Kind oder eine von anderen abhängige Frau)) · en pisspants (ängstliche Person) · fr pissou (ängstliche Person) · fr balourd / balourde (einfältige, unbeholfene Person) · fr noune (einfältige, unbeholfene Person) · fr petit / petite (Person, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit, (bei anderen) Mitleid erregt (vor allem ein Kind oder eine von anderen abhängige Frau)) · fr coco / cocotte (einfältige, unbeholfene Person) · en nitwit (einfältige, unbeholfene Person) · fr beigne / (einfältige, unbeholfene Person) · fr pétochard / pétocharde (ängstliche Person) · fr poltron / poltronne (ängstliche Person) · en silly billy (einfältige, unbeholfene Person) · en poor soul (Person, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit, (bei anderen) Mitleid erregt (vor allem ein Kind oder eine von anderen abhängige Frau)) · fr bêta / bêtasse (einfältige, unbeholfene Person) · en oaf (einfältige, unbeholfene Person) · fr cornichon (einfältige, unbeholfene Person) · fr connasse (einfältige, unbeholfene Person) · fr miskine / (Person, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit, (bei anderen) Mitleid erregt (vor allem ein Kind oder eine von anderen abhängige Frau)) · fr bozo (einfältige, unbeholfene Person) · en poor thing (Person, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit, (bei anderen) Mitleid erregt (vor allem ein Kind oder eine von anderen abhängige Frau)) · fr pauvre / (Person, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit, (bei anderen) Mitleid erregt (vor allem ein Kind oder eine von anderen abhängige Frau)) · fr cave / (einfältige, unbeholfene Person) · fr lâche / (ängstliche Person) · en pussy (ängstliche Person) · fr mauviette (ängstliche Person) · fr gourde (einfältige, unbeholfene Person) · ru бедняк / бедняжка (Person, die aufgrund ihrer Bedürftigkeit, (bei anderen) Mitleid erregt (vor allem ein Kind oder eine von anderen abhängige Frau)) · fr peureux / peureuse (ängstliche Person)