Griffel de · NOUN
Pronunciation
- rhymes ɪfl̩
- [ˈɡʁɪfl̩]
- audio
Etymology
Griffel lässt sich auf das althochdeutsche griffil und das mittelhochdeutsche griffel (Schreibstift) zurückführen. Gemeinsam mit dem femininen mittelniederländischen und niederländischen griffel ^(→ nl) (Schreibstift, Pfropfreis) entstanden diese Formen wohl dadurch, dass sie mit einem Verb in Verbindung gebracht wurden, das dem Verb greifen zugrunde liegt, und diesem lautlich angepasst wurden. Außerdem wurde das germanische Suffix -ila- angefügt, was typisch für Gerätebezeichnungen ist (vergleiche Gürtel, Löffel, Schlüssel und Zügel). In Wahrheit geht Griffel aber vermutlich auf ein selten bezeugtes althochdeutsches graf (Schreibstift) zurück, welches – möglicherweise unter Vermittlung des Galloromanischen – vom lateinischen graphium ^(→ la) entlehnt wurde und somit auf das altgriechische γραφεῖον (grapheion^☆) ^(→ grc) (Schreibgerät, Metallgriffel zum Beschreiben von Wachstafeln) zurückgeht, das auf dem Verb γράφειν (graphein^☆) ^(→ grc) (schreiben, einritzen, zeichnen) beruht.
Meanings
-
Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient
Als Opa zur Schule ging, musste er noch mit dem Griffel auf einer Schiefertafel schreiben.
„Einer umschließt den Griffel wie einen Faustkeil, weil seine großen und ungelenken Finger sonst immer die Spitze abbrechen.“
Klaas Huizing: Der Buchtrinker. Zwei Romane und neun Teppiche. Albrecht Knaus, München 1994, ISBN 3-8135-1976-7, Seite 89.„Die Kinder nahmen Bonbons, Griffel, Radiergummis aus den Regalen und legten dem alten Derkum das Geld auf die Theke.“
Heinrich Böll: Ansichten eines Clowns. Roman. Insel, Leipzig 1990, ISBN 3-7351-0161-5, Seite 70.
-
derjenige Teil des Stempels in einer Blüte, der die Narbe trägt
„Die zur Gewinnung hochwertigen Safrans ausgelesenen Griffel werden oft anderem Safran beigemengt.“
W. Blaschek/R. Hänsel/K. Keller/J. Reichling/H. Rimpler/G. Schneider (Hrsg.): Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis: Drogen A–K, 1998, S. 440
-
(casual, zumeist im Plural) Finger
Nimm deine Griffel weg von meinem Kirschkuchen!
-
(outdated) Werkzeug, mit dem ein Zeichner oder ein Maler künstlerisch arbeitet
Für ein wahres Kunstwerk braucht es mehr als Pinsel und Griffel.
Der Künstler, der dieses Bild geschaffen hat, wusste den Griffel vortrefflich zu führen.
-
(bildlich, in poetischer oder gehobener Sprache, outdated) das Schreiben, das künstlerische Schaffen
Hoffen wir, dass dieser begnadete Poet den Griffel nicht so bald niederlegen möge.
-
(bildlich, outdated) das Schreiberhandwerk als Gegensatz zum Schwerthandwerk
Der Fürst führt den Griffel nicht minder geschickt als den Degen.
Wo Schwerter nichts auszurichten vermögen, ist der Sieg nur mit dem Griffel zu erringen.
-
etwas, das an einem Knochen griffelförmig hervorragt
An diesem Knochen ertaste ich einen schmalen Griffel, der die Ursache des Leidens dieses Mannes sein sollte.
- (outdated) Grabstichel, Werkzeug eines Graveurs
Forms
| Spelling | Features | Labels | Source |
|---|---|---|---|
| Griffeln | Case=Dat, Gender=Masc, Number=Plur | lexicographic | |
| Griffels | Case=Gen, Gender=Masc, Number=Sing | lexicographic | |
| Gr. | Abbr=Yes, Gender=Masc | lexicographic | |
| Griffel | Case=Acc, Gender=Masc, Number=Sing | lexicographic | |
| Griffel | Case=Gen, Gender=Masc, Number=Plur | lexicographic | |
| Griffel | Case=Dat, Gender=Masc, Number=Sing | lexicographic | |
| Griffel | Case=Nom, Gender=Masc, Number=Sing | lexicographic | |
| Griffel | Case=Acc, Gender=Masc, Number=Plur | lexicographic | |
| Griffel | Case=Nom, Gender=Masc, Number=Plur | lexicographic |
Deriveds
Lichtgriffel · eingriffelig · zweigriffelig · Griffelkasten · Griffelspitzer · griffelförmig
Hypernyms
Synonyms
Translations (26)
ru стиль (Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient) · eo grifelo (veraltete Bedeutung, Kunst: Grabstichel, Werkzeug eines Graveurs) · sv griffelutskott (Anatomie: etwas, das an einem Knochen griffelförmig hervorragt) · sv gravstickel (veraltete Bedeutung, Kunst: Grabstichel, Werkzeug eines Graveurs) · sv finger (salopp, zumeist im Plural: Finger) · sv griffel (Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient) · el κοντύλι (Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient) · en style (Botanik: derjenige Teil des Stempels in einer Blüte, der die Narbe trägt) · eo grifelo (Botanik: derjenige Teil des Stempels in einer Blüte, der die Narbe trägt) · en burin (veraltete Bedeutung, Kunst: Grabstichel, Werkzeug eines Graveurs) · it bulino (veraltete Bedeutung, Kunst: Grabstichel, Werkzeug eines Graveurs) · fo griffil (Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient) · fr burin (veraltete Bedeutung, Kunst: Grabstichel, Werkzeug eines Graveurs) · sv griffel (Anatomie: etwas, das an einem Knochen griffelförmig hervorragt) · ru пестик (Botanik: derjenige Teil des Stempels in einer Blüte, der die Narbe trägt) · pl rylec (veraltete Bedeutung, Kunst: Grabstichel, Werkzeug eines Graveurs) · eo grifelo (Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient) · en slate pencil (Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient) · ru грифель (Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient) · ka გრიფელი (Stift, der zum Beschreiben von Schiefer- oder Wachstafeln dient) · sv ritstift (veraltete Bedeutung: Werkzeug, mit dem ein Zeichner oder ein Maler künstlerisch arbeitet) · sv ritstift (veraltete Bedeutung, bildlich: das Schreiberhandwerk als Gegensatz zum Schwerthandwerk) · sv stift (Botanik: derjenige Teil des Stempels in einer Blüte, der die Narbe trägt) · fo teinur (Botanik: derjenige Teil des Stempels in einer Blüte, der die Narbe trägt) · el στύλος (Botanik: derjenige Teil des Stempels in einer Blüte, der die Narbe trägt) · sv ritstift (in poetischer oder gehobener Sprache: das Schreiben, das künstlerische Schaffen)