Fräulein de · NOUN
Pronunciation
- rhymes ɔɪ̯laɪ̯n
- audio
- [ˈfʁɔɪ̯laɪ̯n]
Etymology
mittelhochdeutsch vrouwelīn mit der Bedeutung „junge unverheiratete adlige Dame“, althochdeutsch in dem Kompositum jungfrouwilīn (12. Jahrhundert) belegt Ableitung des Diminutivs zu vrouwe (Frau) mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -lîn (-lein)
Meanings
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(colloquial, outdated) unverheiratete Frau
„Tags darauf brach ich nach Preßburg auf, wohin mich Baron Weiß in Gesellschaft zweier Fräulein zu einem Ausflug eingeladen hatte.“
Giacomo Casanova: Geschichte meines Lebens, herausgegeben und eingeleitet von Erich Loos, Band III. Propyläen, Berlin 1985 (Neuausgabe) (übersetzt von Heinz von Sauter), Seite 270.„Bei der Ankunft einer jeden neuen Busladung machten sie untereinander aus, wer von ihnen welches der halbwegs verheißungsvoll aussehenden Fräuleins verführen durfte.“
Arthur Koestler: Die Herren Call-Girls. Ein satirischer Roman. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 1985, ISBN 3-596-28168-7, Seite 8 f. Copyright des englischen Originals 1971.„Allerdings machten die Fräuleins hier einen anständigen Eindruck.“
Isaac Bashevis Singer: Max, der Schlawiner. Roman. Axel Springer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-942656-32-0, Seite 11. Englisches Original 1991.„Hallo, kleines Fräulein, haben Sie heut’ Zeit … ?“ – (Schlager „Gisela“)
Die Bezeichnung Fräulein ist heutzutage bei vielen Frauen verpönt; manche (besonders ältere) legen jedoch Wert auf sie.
„Fräulein Trautmann ist gewiß eine herzensgute Seele, doch, mit Verlaub, als späte und knöcherne Jungfer spukhäßlich.“
Christian Graf von Krockow: Die Stunde der Frauen. Bericht aus Pommern 1944 bis 1947. Nach einer Erzählung von Libussa Fritz-Krockow. 11. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2000, ISBN 3-421-06396-6 , Seite 76. Erstauflage 1988.„Fräulein Oppermann hielt sich etwas vor die Augen, das ich nur aus alten Romanen kannte, ein Lorgnon, und musterte mich wie eine aufgespießte Spinne.“
Ulla Hahn: Aufbruch. Roman. 5. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2010, ISBN 978-3-421-04263-7, Seite 563.Ein Fräulein ist eine Frau, der zum Glück der Mann fehlt.
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(colloquial, outdated) Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein^([1])
Die Bezeichnung Fräulein ist heutzutage bei vielen Frauen verpönt; manche (besonders ältere) legen jedoch Wert auf sie.
„Haben Sie den neuen Hut von Fräulein Molly schon geseh’n?“ – (Filmmusik aus „Es leuchten die Sterne“ (1938))
„Fräulein Paula blickt freundlich um sich und hat glühende Bäckchen: An welcher Seite, bitte, bekommt man mehr zu sehen, rechts oder links?“
Heinrich Spoerl: Die Hochzeitsreise. Neuausgabe, 13. Auflage. Piper, München/Zürich 1988, ISBN 3-492-10929-2 , Seite 33. Erste Ausgabe 1946.„Fräulein Reber brachte die Lebensmittelkarten von Haus zu Haus.“
Walter Kempowski: Tadellöser & Wolff. Ein bürgerlicher Roman. CW Niemeyer, Hameln 1991, ISBN 3-87585-911-1 , Seite 99. Das Buch ist erstmals 1971 erschienen.„Fräulein Trautmann ist gewiß eine herzensgute Seele, doch, mit Verlaub, als späte und knöcherne Jungfer spukhäßlich.“
Christian Graf von Krockow: Die Stunde der Frauen. Bericht aus Pommern 1944 bis 1947. Nach einer Erzählung von Libussa Fritz-Krockow. 11. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2000, ISBN 3-421-06396-6 , Seite 76. Erstauflage 1988.„Pinneberg macht einen Schritt gegen die Tür, Fräulein Semmler sieht Pinneberg an, gelb, böse und doch triumphierend.“
Hans Fallada: Kleiner Mann - was nun?. Roman. 4. Auflage. Aufbau Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-7466-2676-5, Seite 330. Erstveröffentlichung 1932.Ein Fräulein ist eine Frau, der zum Glück der Mann fehlt.
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(colloquial, humorous) Mädchen
„Dieses Fräulein Maria-Theresia mochte wohl gut sechzig sein…“
Louis-Ferdinand Céline: Norden. 2. Auflage. Roman. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-15499-7, Seite 133. Französische Originalausgabe 1964.
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(in älteren neuhochdeutschen Texten auch) ledige adlige Frau
„Endlich sah er die Königin von der Fährbrücke her auf sich zukommen, eine Hofdame mit ihr, allem Anscheine nach das jüngere Fräulein von Viereck.“
Theodor Fontane: Schach von Wuthenow. Erzählung aus der Zeit des Regiments Gendarmes. Nymphenburger, München 1969, Seite 121. Entstanden 1878-82, erschienen 1882.„Danila war es im Zimmer ohnehin befangen und bedrückt zumut, aber es nun auch noch mit dem gnädigen Fräulein zu tun zu haben, das erschien ihm als ein Ding der Unmöglichkeit.“
Leo N. Tolstoi: Krieg und Frieden. Roman. Paul List Verlag, München 1953 (übersetzt von Werner Bergengruen), Seite 644 . Russische Urfassung 1867.„Das Fräulein von Scuderi“ – (Novelle von E. T. A. Hoffmann (→Wikipedia))
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weibliche Bedienung, weibliche Bedienstete
„Und kaum ist hinter Fräulein die Tür zu, wendet sich Frau von Anklam wieder ganz teilnahmsvoll an Frau Pagel.“
Hans Fallada: Wolf unter Wölfen. Roman. 2. Auflage. Aufbau Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-7466-2743-4, Seite 166. Erstveröffentlichung 1937.„Fräulein, haben Sie noch eine andere Größe da, zum Anprobieren?“
„Das Fräulein unterrichtet unsere Kinder nur vertretungsweise.“
Forms
| Spelling | Features | Labels | Source |
|---|---|---|---|
| Frl. | Abbr=Yes, Gender=Neut | sense_index:2 | lexicographic |
| Fräuleinchen | Gender=Neut | diminutive, sense_index:1, 3 | lexicographic |
| Fräulein | Case=Acc, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Fräulein | Case=Nom, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Fräulein | Case=Acc, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Fräulein | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Fräulein | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Fräulein | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Fräulein | Case=Nom, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Fräuleins | Case=Acc, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Fräuleins | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Fräuleins | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Fräuleins | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Fräuleins | Case=Nom, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic |
Antonyms
Deriveds
Kassenfräulein · Telefonfräulein · Fräulein-Verbot · Burgfräulein · Fräuleinwunder · Schalterfräulein · Fräuleinchen
Hypernyms
Hyponyms
Hoffräulein · Burgfräulein · Telefonfräulein
Synonyms
Mädchen · Edelfräulein · Maid
Translations (61)
ga ógbhean (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · pt senhorita (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · hu kisasszony (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · lv jaunkundze (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · es Señorita (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · lb Joffer (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ja お嬢さん (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ko 숙녀 (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · es señorita (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · fr damoiselle (in älteren neuhochdeutschen Texten auch: ledige adlige Frau) · gd mhaighdeann (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · cs slečna (umgangssprachlich, scherzhaft: Mädchen) · fi neiti (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ro domnișoară (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · is ungfrú (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · fr mademoiselle (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · sl gospodična (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · id Nona (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · he רווקה (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · sk slečna (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ro domnișoară (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · fr fille (umgangssprachlich, scherzhaft: Mädchen) · en Miss (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · it signorina (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · it signorina (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · io damzelo (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · hi सुश्री (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · eo fraŭlino (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · sa कुमारि (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · pap soltera (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · fr filles (umgangssprachlich, scherzhaft: Mädchen) · en miss (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · zh 小姐 (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · fr Mademoiselle (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · cs slečna (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · nl vrijster (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · cs slečna (weibliche Bedienung, weibliche Bedienstete) · id nona (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · pl panna (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · hy վրիպում (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · be дзяўчына (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ja お嬢さん (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · cs slečna (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · gv cronnaghey (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · sv fröken (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · pt Senhorita (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · sv fröken (in älteren neuhochdeutschen Texten auch: ledige adlige Frau) · lt panelė (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ar أﻧﺴﻪ (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · is ungfrú (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · nl mejuffrouw (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · el δεσποινίς (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ka ქალიშვილი (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · fr demoiselle (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · sv fröken (weibliche Bedienung, weibliche Bedienstete) · ru девушка (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ja 姉さん (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · ja 姉さん (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · sv fröken (umgangssprachlich, veraltend: Titel, Anrede, Namenszusatz für ein Fräulein [1]) · ja お嬢 (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau) · nl juffrouw (umgangssprachlich, veraltend: unverheiratete Frau)