Armutsdelikt de · NOUN
Pronunciation
- audio
- [ˈaʁmuːt͡sdeˌlɪkt]
Etymology
Determinativkompositum (Zusammensetzung) aus den Substantiven Armut und Delikt, sowie dem Fugenelement -s
Meanings
-
Straftat, die aus wirtschaftlicher Not oder sozialer Benachteiligung begangen wird, beispielsweise Ladendiebstahl, Schwarzfahren; kennzeichnend für Armutsdelikte sind existentielle Bedürfnisse der die Straftat Begehenden
„Doch bis heute konzentriert sich der Großteil kriminologischer Forschung auf Armutsdelikte.“
„Verurteilte, die ihre Geldstrafe nicht zahlen können, werden ersatzweise inhaftiert. […] Viele der Betroffenen haben Armutsdelikte wie zum Beispiel Ladendiebstähle begangen oder sie wurden wegen Schwarzfahrens verurteilt.“
Statt Geldstrafe: Hunderte Straftäter in MV ersatzweise in Haft. In: Norddeutscher Rundfunk. 28. November 2023 (URL, abgerufen am 24. März 2025) .„»Aktuell sind es, was die EFS [Anmerkung: Abkürzung für "Ersatzfreiheitsstrafe"] angeht, überwiegend finanziell schlecht gestellte und sozial schwache Personen. […] Der Grund für die EFS ist häufig ein klassisches Armutsdelikt.«“
Protokoll-Nr. 19/44 – Wortprotokoll der 44. Sitzung – Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz – Tagesordnung: Öffentliche Anhörung. bundestag.de, Deutschre Bundestag, Berlin, Deutschland, 3. April 2019, Seite 9, abgerufen am 24. März 2025 (Wortbeitrag von Dr. phil. Nicole Bögelein, Dipl.-Soziologin, Universität zu Köln, Institut für Kriminologie).„Raubdelikte sind typische Armutsdelikte, wer will das schon offiziell hören?“
Bernd Siegler: Bayerns Innenminister Beckstein legt Kriminalitätsstatistik vor – Horrorszenario und Realität. In: taz.de. 4. September 1998, ISSN 2626-5761 (Ausgabe vom 4.9.1998, Seite 12, Meinung und Diskussion, URL, abgerufen am 18. März 2025) .„Mit der Deregulierung der sozialen Systeme und des bundesdeutschen Arbeitsmarktes werden auch in Zukunft die drei typischen Armutsdelikte – Eigentums-, Raub- und Gewaltkriminalität – zunehmen.“
Eberhard Seidel-Pielen: Innere Sicherheit: SPD und CDU/CSU versprechen mehr StrafeKoalition der Härte. In: taz.de. 27. Juli 1998, ISSN 2626-5761 (Ausgabe vom 27.7.1998, Seite 10, Meinung und Diskussion, URL, abgerufen am 18. März 2025) .„Klar ist: Wenn Forschung und Öffentlichkeit ihren Blick vor allem auf Armutsdelikte richten, entsteht ein verzerrtes und unvollständiges Bild von Kriminalität.“
Fehlender Parameter (Hilfe) Sabrina Winter: sciencenotes.de, Eberhard Karls Universität Tübingen, Science Notes Magazin, Forschungszentrum für Wissenschaftskommunikation, Tübingen, Deutschland, 21. März 2025, abgerufen am 24. März 2025.„Fahren ohne gültigen Fahrschein gilt als Armutsdelikt.“
Melanie Marks, Svea Eckert, Markus Grill: Armutsdelikte – Ins Gefängnis für Fahren ohne Ticket. In: Norddeutscher Rundfunk. 18. Mai 2022 (tagesschau.de, URL, abgerufen am 24. März 2025) .[Schwarzfahren:] „»Ich halte es nicht für richtig, dass Personen, die, weil sie kein Geld haben, eine Straftat, die auch als Armutsdelikt gelten muss, begehen und sie auch wiederholt begehen, dann nochmal mit einer Strafe zu belegen«, sagt die Kriminologin Nicole Bögelein. »Da müsste es andere Formen geben, da müsste man sozialarbeiterisch tätig werden. Also so eine marginalisierte Gruppe, die ohnehin viele Probleme hat, nochmal zusätzlich zu belasten, halte ich nicht für richtig.«“
Pia Rauschenberger: Straftat oder Ordnungswidrigkeit? – Das Dilemma mit den Schwarzfahrern. In: Deutschlandradio. 2018-04-30 (Deutschlandfunk/Köln, Sendereihe: Informationen am Morgen, URL, abgerufen am 24. März 2025) .„Die Wilderer im Spessart entstammten fast ausnahmslos den sozialen Unterschichten, Wilderei war das klassische Armutsdelikt auf dem Land.“
Wikipedia-Artikel „Spessart“ (Stabilversion), abgerufen am 24. März 2025.„Aber wie kann es ungerecht sein, wenn die Geldstrafen umso niedriger sind, je weniger jemand verdient? Nagrecha erklärt: weil erstens vor allem Armutsdelikte überhaupt bestraft werden – hier spielten Klassismus und auch Rassismus eine große Rolle.“
Manuela Heim: Ersatzfreiheitsstrafen in Berlin – Für Armut bestraft. In: taz.de. 30. Mai 2022, ISSN 2626-5761 (URL, abgerufen am 24. März 2025) .
Forms
| Spelling | Features | Labels | Source |
|---|---|---|---|
| Armutsdelikts | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Armutsdeliktes | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Armutsdelikten | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Armutsdelikte | Case=Acc, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Armutsdelikte | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Armutsdelikte | Case=Gen, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Armutsdelikte | Case=Nom, Gender=Neut, Number=Plur | lexicographic | |
| Armutsdelikt | Case=Nom, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Armutsdelikt | Case=Acc, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic | |
| Armutsdelikt | Case=Dat, Gender=Neut, Number=Sing | lexicographic |