wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Geier de · X
Pronunciation
- [voː aːbɐ aɪ̯n ˈaːs ɪst daː ˈzaml̩n zɪç diː ˈɡaɪ̯ɐ]
- audio
Etymology
Stammt aus der Endzeitrede in den Evangelien nach Matthäus 24,28 EU und Lukas 17,37 EU. Geht zurück auf Martin Luthers Übersetzung (Matthäus): „Wo aber ein Ass ist, da samlen sich die Adler.“ Die ältere, heute nicht mehr sprichwörtliche Variante mit Adler stammt von der korrekten Übersetzung der Wörter Altgriechisch ἀετός (aetos^☆) ^(→ grc) und Latein aquila (Vulgata), welche beide „Adler“ bedeuten. Es war bekannt, dass mit den Raubvögeln in dem Sprichwort keine klassischen Adler gemeint sein konnten, daher hielt man schon im 19. Jahrhundert eine Übersetzung mit „Geier“ für bildhafter und plausibler. Im Tanach bedeutet נֶשֶׁר (CHA: næšær)^(→ he) je nach Kontext Adler oder Geier, auch fressen beispielsweise Steinadler auch Aas. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurde als Ausspruch der Bibeltext mit „Adler“ zitiert. Die Lutherbibel ersetzte in ihrer Revision 1956 Adler durch Geier. Zu den Nebenformen Der bestimmte Artikel τὸ nur bei Lukas ist der Grund für den Wechsel zwischen „Aas“/„ein Aas“ und „das Aas“ in den Zitaten. Die Sprache verändert sich mit der Zeit, was sich auf die Wörter, die nicht zur Kernaussage gehören, auswirkt — sowohl im sprichwörtlichen Gebrauch als auch in den Übersetzungen der Bibel. Beispielsweise bewahrt der 1912 revidierte Text der Lutherbibel die alte Wendung: „wo aber ein Aas ist, …“. Schon Wander zitiert 1867 das „aber“ nicht (mehr). Der Bibeltext der Revision 1984 lässt das „aber“ wegfallen und verwendet nun den bestimmten Artikel: „Wo das Aas ist, …“ Die seltenere Formulierung des Nachsatzes mit auch: „(da) sammeln sich auch die Geier“ tritt bei einigen Übersetzungen von Lukas 17,37 EU zu Tage, denn Lukas fügt noch ein καί (kai^☆) ^(→ grc) „und“, „auch“ vor „die Adler“ ein.
Meanings
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Wo Gewinn oder ein leichter, schneller Erfolg locken, wo Begehrlichkeiten geweckt werden, kommen viele Menschen, von Gier oder Habgier getrieben, zusammen, zum Beispiel Erbschleicher
„Wo ein Aas ist, sammeln sich die Geier. Bald nachdem die Franzosen den fliehenden Preußen nachgeeilt waren, fanden sich zugleich Spekulanten, das unglückseelige Land noch mehr zu verderben.“
Heinrich Zschokke (Herausgeber): Anekdoten aus der Geschichte des nordischen Krieges. In: Miszellen für die neueste Weltkunde. Band 1, Nummer 10, Verlag der Samuel Flick'schen Buchhandlung, Arau, Basel 4. Februar 1807, Seite 39 (Google Books, abgerufen am 9. November 2013)„Man könne das Vorhandensein einer Krise daran erkennen, dass die Menge der Ratgeber rasant steige: ‚Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier‘, zitiert Pater Mertes mit einem Augenzwinkern die Bibel.“
Politischer Aschermittwoch der Hauptabteilung Politik und Beratung. In: Veranstaltungsbeiträge. Konrad-Adenauer-Stiftung, 2. März 2009, abgerufen am 12. November 2013 (Deutsch).„‚Sie auch hier, Mister -?‘, fragte der Steward überrascht. ‚Kane -‘, fiel der andere ihm rasch ins Wort. ‚[…] Henry Kane, Abenteuerer und Spekulant, der jede geeignete Methode benutzen wird, um von dem Golde, das da oben gefunden wird, möglichst viel in seine Taschen zu lenken.‘
Forms
| Spelling | Features | Labels | Source |
|---|---|---|---|
| wo Aas ist, da versammeln sich die Raben | variant | lexicographic | |
| wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier | variant | lexicographic | |
| wo Aas ist, da sammeln sich die Geier | variant | lexicographic |
Translations (2)
fr Où que soit le cadavre, là se rassembleront les vautours (Gewinn lockt gierige Personen herbei) · en wherever there is a carcass, there the vultures will gather (Gewinn lockt gierige Personen herbei)