jawollja de · PART
Pronunciation
- [jaˈvɔlja]
- rhymes ɔlja
- audio
Etymology
Die seit dem späten 19. Jahrhundert bezeugte Partikel ist wohl berlinischer Herkunft. Durch Anhängung von -ja wird hier die amtlich befohlene oder gebräuchliche Bejahung verspottet. Dazu der geläufige Spruch: »jawollja, sagt die Olga«.
Meanings
-
(colloquial) gibt eine positive Antwort auf eine Entscheidungsfrage; drückt Bekräftigung, Zustimmung aus
„Wie ich mal am Markusplatz auf Fahrgäste gewartet hab, ruft schon von weitem ein Mann: ‚He, Sie da!‘ ‚Meinen Sie mich?‘ ‚Jawollja, Sie sind doch sicher ein Einjeborner!‘ ‚Aha, ein Berliner!‘, denk ich mir.“
„Hallo Taxi! Sind Sie noch frei?“ In: Fränkischer Tag. 29. August 2015, Seite 15 .„Jawollja, weg damit.“
Benedikt Erenz: Sofort abreißen! In: DIE ZEIT. Nummer 09, 2. März 2006, ISSN 0044-2070, Seite 64 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 26. Mai 2018) .„Solidarität geht auch durch den Magen, jawollja.“
Ildiko Röd: Arrivederci! Wenn bei Capri die rote Sonne den Ball versenkt. Ildiko Röd über ein traumatisches Erlebnis. In: Märkische Allgemeine. 30. Juni 2011, Seite 1 (Ausgabe Potsdam Stadt) .„Man ist geneigt zu sagen: Jawollja, zu Recht!“
Tief im Westen. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Februar 2002, ISSN 0174-4917, Seite 1 .„Zum Kosakentanz rufen diese DDR-Jugendlichen erst ‚Gorbi, Gorbi!‘ dann ‚Jawollja, Kollja‘ und lachen sich halbtot.“
Stephan Clauss: Klassenfahrt zur Revolution: Die Trabis wollen nach Westen, wir wollen nach Osten. Was eine Freiburger Schulklasse vor 20 Jahren in der frisch geöffneten DDR erlebte. In: Badische Zeitung. 7. November 2009, Seite 9 .