am Hungertuch nagen de · X
Pronunciation
- [am ˈhʊŋɐˌtuːx ˈnaːɡn̩]
- audio
Etymology
Diese Redewendung findet ihren Ursprung ungefähr im Jahre 1000 n. Chr. Damals wurde in vielen Ländern Europas in der Fastenzeit ein Tuch (Hungertuch, auch Palmtuch oder Fastentuch) zur Abtrennung von Altar- und Kirchenraum aufgehängt.
Meanings
-
arm sein, hungern
„Die Militärs hatten alles mitgenommen, und heute nagte die Familie des einstigen Präsidenten am Hungertuch.“
Michael Obert: Regenzauber. Auf dem Niger ins Innere Afrikas. 5. Auflage. Malik National Geographic, München 2010, ISBN 978-3-89405-249-2, Seite 118.Und so ließ man sie am Hungertuch nagen. Sie nagte daran und nagte, – aber es bekam ihr sehr gut. Je dünner sie wurde, umsoweniger von ihrem Körper konnte verfallen, und Geist hatte sie ohnehin so gut wie gar nicht aufzugeben.
Erich Mühsam, Die Psychologie der Erbtante, Tante Rosa, z.n. Projekt Gutenberg„Nun hast du's“ sagte der Mann, „jetzt können wir wieder am Hungertuch nagen.“ „Ach,“ sprach die Frau „ich will den Reichtum lieber nicht, wenn ich nicht weiß, von wem er kommt; sonst habe ich doch keine Ruhe.“
Gebrüder Grimm, Die Goldkinder, z.n. Projekt Gutenberg
Antonyms
ausgesorgt · satt · reich · essen
Synonyms
Translations (10)
it fare la fame (arm sein, hungern) · it patire la fame (arm sein, hungern) · ru положить зубы на полку (poloshitj suby na polku) /die Zähne auf das Regal legen/, затянуть ремень (zatjanutj rjemjenj) /den Riemen enger schnallen/ (arm sein, hungern) · es morirse de hambre (arm sein, hungern) · fr manger de la vache enragée (arm sein, hungern) · cs třít bídu (arm sein, hungern) · pl gryźć parapet (arm sein, hungern) · it tirare la cinghia (den Riemen enger schnallen) (arm sein, hungern) · pl przymierać głodem (arm sein, hungern) · en be on the breadline (arm sein, hungern)