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Dictionary

Words, grammatical forms and meanings linked to the ontology.

Synästhesie de · NOUN

Pronunciation

  • [zʏnʔɛsteˈziː]
  • rhymes iː
  • audio
  • [zynɛsteˈziː]

Etymology

[1] aus dem griechischen συναίσθησις, synästhesis - die Mitempfindung, auch zeitliches Zusammen-Fühlen

Meanings

  1. Synästhesie ist eine hypersensible Empfindung äußerlicher Sinnesreizung. Synästhetisches Empfinden bedeutet, bei Klängen zum Beispiel zugleich Farben zu sehen oder auf jene Klänge bezogen Geschmack zu empfinden.
    • Synästhesie kann als vorübergehender Effekt nach der Einnahme von Halluzinogenen auftreten.
    • „Manche Menschen sehen sogar Farben, wenn sie Klänge hören; die Fachwelt spricht von Synästhesie.“ Anonym: Wie riechen Töne? In: DER SPIEGEL 6, 2012, Seite 121.
  2. vor allem Verbindung von Sprachlauten mit Farbempfindungen
    • „Im Bereich der Onomatopoetica tritt auch die Erscheinung der Synästhesie auf: Wahrnehmungen mit Hilfe anderer Sinnesorgane werden in lautlich-akustische Einheiten umgedeutet: flimmern, schimmern, glitzern, flitzen.“ Thea Schippan: Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. Niemeyer, Tübingen 1992, Seite 1. ISBN 3-484-73002-1. Kursiv gedruckt: „flimmern, schimmern, glitzern, flitzen“, gesperrt: Synästhesie.
    • Recht stabile Synästhesien wurden bei Versuchspersonen entdeckt, denen man Vokale als Reiz gab und die damit bestimmte Farbempfindungen verbanden. Synästhesie tritt auch bei Konsonanten auf, aber wesentlich schwächer und diffuser. Über solche Laut-Farb-Synästhesien berichtet Jakobson. Roman Jakobson: Kindersprache, Aphasie und allgemeine Lautgesetze. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1969, Seite 114-117. Erstveröffentlichung 1944.
    • „Das erklärt sich aus einer Erscheinung, die wir Mitempfindungen oder Synästhesien nennen.“ Walter Porzig: Das Wunder der Sprache. Probleme, Methoden und Ergebnisse der modernen Sprachwissenschaft. Dritte Auflage. Francke, Bern/München 1962, Seite 23.
    • „Das Thema ist eine Art der Synästhesie, die sogenannte ‚audition colorée‘, bei der die Sinneseindrücke von Farben mit denen der Vokale sprachlich verschmolzen werden sollen.“ Christoph Gutknecht: Lauter böhmische Dörfer. Wie die Wörter zu ihrer Bedeutung kamen. Beck, München 1995, Seite 159. ISBN 3-406-39206-7. Kursiv gedruckt: audition colorée.
  3. (Literaturwissenschaft) Stilmittel, bei dem unterschiedliche Empfindungen durch sprachliche Formulierungen verbunden werden
    • Als Synästhesie kann man z.B. "goldener Oktober" auffassen, wobei eine Zeitangabe mit einer Farbe verschmolzen wird.

Forms

SpellingFeaturesLabelsSource
Synästhesie Case=Acc, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Synästhesie Case=Gen, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Synästhesie Case=Nom, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Synästhesie Case=Dat, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Synästhesien Case=Dat, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Synästhesien Case=Nom, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Synästhesien Case=Acc, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Synästhesien Case=Gen, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic

Antonyms

Kinästhesie

Deriveds

synästhetisch · Synästhetiker

Hypernyms

Neurologie · Psychologie

Hyponyms

Gefühlssynästhesie

Translations (8)

en synesthesia · en synaesthesia · en synæsthesia · es sinestesia · ru синестезия · fr synesthésie · sv synestesi · ca sinestèsia