Skip to content
ontologydriven
Sign out

Dictionary

Words, grammatical forms and meanings linked to the ontology.

Stimmvieh de · NOUN

Pronunciation

Etymology

strukturell: Determinativkompositum aus den Substantiven (Wahl-)Stimme und Vieh beziehungsweise aus dem Stamm des Verbs stimmen und dem Substantiv Vieh etymologisch: Das Wort wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts (gegen 1860) als politisches Schlagwort aus dem angloamerikanischen voting cattle ^(→ en) lehnübersetzt und zunächst auf amerikanische Verhältnisse bezogen.

Meanings

  1. (derogatory) wahlberechtigte, politisch unentschiedene, unkritische Personen, die als abhängige, günstige Wählermasse für jemanden oder eine Partei bei Wahlen zur erwünschten Entscheidung veranlasst werden können und daher nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind
    • „Wer die Grünen als Partei ansieht, die unrealistische Utopien in die Welt posaunt, um traumtänzerisches Stimmvieh einzufangen, verkennt den grünen Gedanken: […].“ Ruth Schneeberger: Zum Siegeszug der Grünen: Grüner wird’s noch. In: sueddeutsche.de. 1. April 2011, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 4. August 2011) .
    • „Nicht selten organisieren Kandidaten vor den Wahlen die massenhafte Vergabe solcher Papiere an eindeutig minderjährige Kinder. So werden die Kinder zunächst zu ‚Stimmvieh‘ gemacht, bevor sie in Bürgerkriegen, die immer häufiger mit Wahlkämpfen zusammenhängen, zu Kanonenfutter werden.“ Martine-Renée Galloy, Marc-Éric Gruérnais: Afrika holt seine Diktatoren aus der Urne. WAHLZAUBER VERSUS ZIVILGESELLSCHAFT AUF DEM AFRIKANISCHEN KONTINENT. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. Nummer 5382, 14. November 1997 (übersetzt von Christiane Kayser), ISSN 1434-2561, Seite 18–19 (URL, abgerufen am 3. August 2013) .
    • „Die Ursache ist nicht genau auszumachen - doch es geht ein Beben durch die deutsche Parteienlandschaft: Nicht die Parteiführer ordnen die Landschaft neu, es ist der Souverän, oft als Wahlvolk oder gar Stimmvieh geringgeschätzt.“ Georg Paul Hefty: Neue Bündnisse: Das Wahlvolk lässt es beben. In: FAZ.NET. 22. April 2008 (URL, abgerufen am 3. August 2013) .
    • „In anderen Fällen ist der Rat Traditioneller Behörden wie seine Vorgänger vor der Unabhängigkeit allzu obrigkeits- und parteihörig, indem er selbstgefällig und gleichgültig nicht auf den Aufschrei der San eingeht, die von der Swapo - wie die Kxoe-San - vor den Wahlen zwar gern als Stimmvieh missbraucht, die hinterher jedoch durch die vorwiegend oshivambosprechenden Sicherheitskräfte drangsaliert werden, dass sie - als Namibier unter souveräner Regierung! - zu Hunderten die Flucht nach Botswana ergriffen haben und von dort immer noch nicht zurückkehren wollen.“ Tradition gestalten. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 21. November 2001, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 3. August 2013) .
    • Das mündige Wahlvolk ist kein Stimmvieh!
    • Der Partei X geht es doch nur darum, Stimmvieh zu rekrutieren.
    • „Einen ‚faden Beigeschmack‘ bekomme die gemeinsame Liste, weil es möglicherweise darum gehe, ‚Stimmvieh‘ für die Wahl des neuen Geschäftsführers zu schaffen.“ In Isenburgs Baugesellschaft redet Ökopartei nicht mehr mit. In: Frankfurter Rundschau. Jahrgang 53, 16. Mai 1997, ISSN 0940-6980, Seite 1 .
    • „‚[…]In das Theater bringt Niemand die feinsten Sinne seiner Kunst mit, auch der Künstler nicht, der für das Theater arbeitet: da ist man Volk, Publikum, Heerde, Weib, Pharisäer, Stimmvieh, Demokrat, Nächster, Mitmensch, da unterliegt noch das persönlichste Gewissen dem nivellirenden Zauber der »grössten Zahl«, da wirkt die Dummheit als Lüsternheit und Contagion, da regiert der »Nachbar«, da w i r d man Nachbar…‘“ Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft. („la gaya scienza“). Neue Ausgabe mit einem Anhange: Lieder des Prinzen Vogelfrei, Verlag von E. W. Fritzsch, Leipzig 1887, Seite 311 (FW, § 368) (Erste Veröffentlichung am 10. September 1882; zitiert nach eKGWB) .
    • „Eine Lehrerin warf der Regierung vor, Kinder ‚nach Gutdünken auszubilden, um sie später als Stimmvieh einzusetzen‘.“ Weiter Unmut in San Luis. Provinzregierung im Konflikt mit Kirche und Lehrern / Großdemonstrationen. In: Argentinisches Tageblatt Online. Nummer 31.449, 114. Jahrgang, 13. März 2004, Seite 2 (PDF, URL, abgerufen am 3. August 2013) .
    • „Alles war vorher abgekartet. Das Volk sollte nur als Stimmvieh herhalten.“ Matthias Schepp (Interviewer), Andrej Budajew (Interviewter): Künstler-Dissident Budajew: „Ich will dem Kreml die Aura der Göttlichkeit nehmen“. In: Spiegel Online. 15. März 2009, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 4. August 2011) .
    • „Parteipolitisch ungebunden, versuche ich mich bestmöglich sachlich zu informieren, um nicht manipuliert oder als Stimmvieh ge- oder mißbraucht zu werden.“ Wähler gegen den schwarzen Landesvater. In: Nürnberger Nachrichten. 1. Juli 1994, Seite 22 .
    • „Einmal mehr wird wieder deutlich, mit welcher Ignoranz ‚unsere‘ Politiker den Bedenken und Gegenargumenten ihrer Wähler begegnen und nur vor Kommunalwahlen für kurze Zeit um die Gunst des Stimmviehs buhlen.“ In welcher Bananenrepublik liegt Nürnberg? In: Nürnberger Nachrichten. 5. November 2007, Seite 2 .
    • „Die politisch zurückhaltenden San wurden im verfassungsmäßigen Vorgang der Erfassung traditioneller Führer einfach übergangen, es sei denn, dass man sie vor den Wahlen als Stimmvieh ‚zusammengescheucht‘, aber dann wieder ignoriert hat.“ Zwischen Rückfall und Erfolg. In: Spiegel Online. 19. Mai 2009, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 3. August 2013) .

Forms

SpellingFeaturesLabelsSource
Stimmvieh Case=Nom, Gender=Neut, Number=Sing lexicographic
Stimmvieh Case=Acc, Gender=Neut, Number=Sing lexicographic
Stimmvieh Case=Dat, Gender=Neut, Number=Sing lexicographic
Stimmviehs Case=Gen, Gender=Neut, Number=Sing lexicographic

Coordinates

Vox populi · Wählerschaft · Vox Rindvieh · Parteipferch · Elektorat · Anhängerschaft

Synonyms

Wahlvieh

Translations (8)

fr bétail électoral (abwertend: wahlberechtigte Personen, die nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind) · en gullible ) herd of voters (abwertend: wahlberechtigte Personen, die nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind) · no stemmekveg (abwertend: wahlberechtigte Personen, die nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind) · sv valboskap (abwertend: wahlberechtigte Personen, die nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind) · nl stemvee (abwertend: wahlberechtigte Personen, die nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind) · af stemvee (abwertend: wahlberechtigte Personen, die nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind) · sv röstboskap (abwertend: wahlberechtigte Personen, die nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind) · en voting cattle (abwertend: wahlberechtigte Personen, die nur hinsichtlich ihrer Stimmabgabe bedeutsam sind)