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Dictionary

Words, grammatical forms and meanings linked to the ontology.

Natürlichkeitstheorie de · NOUN

Pronunciation

  • [naˈtyːɐ̯lɪçkaɪ̯t͡steoˌʁiː]
  • audio

Etymology

Determinativkompositum aus Natürlichkeit, Fugenelement -s und Theorie

Meanings

  1. Theorie, besonders in Phonologie und Morphologie, deren Grundauffassung darin besteht, dass es sprachliche Prozesse und grammatische Formen gibt, die in Bezug auf ihre grammatische Funktion oder Bedeutung mehr oder weniger natürlich sind
    • In der morphologischen Natürlichkeitstheorie ist einer der Grundgedanken, dass da, wo - von der Bedeutung oder grammatischen Funktion her - mehr bezeichnet werden soll, auch mehr morphologischer Aufwand getrieben werden sollte. Z.B. drückt Plural in der Regel "mehr" als der Singular aus; daher ist es natürlich, dass oft der Plural durch ein eigenes Morphem (eine eigene Endung) ausgedrückt wird, der Singular dagegen nicht.
    • „Im Lichte der morphologischen Natürlichkeitstheorie besehen kann als Erklärung für diese Unproduktivität, ja sogar den Abbau dieses grammatischen Prinzips angeführt werden, daß diese Präteritalformen weder transparent noch gar uniform symbolisiert kodiert sind .“ Kurt Braunmüller: Die skandinavischen Sprachen im Überblick. Francke, Tübingen 1991, ISBN 3-7720-1694-4. Zitat Seite 92.
    • In der Natürlichkeitstheorie der Phonologie wird die Auffassung vertreten, dass bestimmte phonologische Prozesse natürlicher sind als andere: z.B. dass in der Position zwischen Vokalen eine natürliche Tendenz zur Stimmhaftmachung von Konsonanten besteht.
    • Die Natürlichkeitstheorie geht auf die "Natürliche Phonologie" von D. Stampe (1969) zurück und wurde von Dressler, Mayerthaler und Wurzel seit Mitte der 1970er Jahre auf die Morphologie übertragen.
    • Bittner versucht in einem eigenen Kapitel, die Natürlichkeitstheorie auf den Spracherwerb anzuwenden. Andreas Bittner: Starke ‚schwache‘ Verben - schwache ‚starke ‘ Verben. Deutsche Verbflexion und Natürlichkeit. Stauffenburg, Tübingen 1996, Kapitel Natürlichkeitstheorie und Spracherwerb, Seite 203-206. ISBN 3-86057-441-8.
    • „Im Zusammenhang mit der Natürlichkeitstheorie muß gezeigt werden, inwiefern eine sprachliche Operation die betreffende Funktion oder, im Fall von Plurifunktionalität, die betreffenden Funktionen adäquat erfüllt oder ob diese Operation dysfunktional ist.“ Wolfgang U. Dressler: Diminutivbildung als nicht-prototypische Wortbildungsregel. In:Klaus-Michael Köpcke (Hrsg.): Funktionale Untersuchungen zur deutschen Nominal- und Verbalmorphologie. Niemeyer, Tübingen 1994, Seite 131-148, Zitat: Seite 132. ISBN 3-484-30319-0.

Forms

SpellingFeaturesLabelsSource
Natürlichkeitstheorie Case=Acc, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Natürlichkeitstheorie Case=Gen, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Natürlichkeitstheorie Case=Nom, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Natürlichkeitstheorie Case=Dat, Gender=Fem, Number=Sing lexicographic
Natürlichkeitstheorien Case=Dat, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Natürlichkeitstheorien Case=Nom, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Natürlichkeitstheorien Case=Acc, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic
Natürlichkeitstheorien Case=Gen, Gender=Fem, Number=Plur lexicographic

Antonyms

Markiertheitstheorie

Hyponyms

natürliche Phonologie · natürliche Morphologie