[1] im 16. Jahrhundert von mittelniederdeutsch bort ^(→ gml) entlehnt, mittelniederländisch bord ^(→ nl) die Bezeichnung geht auf germanisch *burda– „Brett“ zurück, das sich auch in altenglisch bord ^(→ ang) und altfranzösisch bord ^(→ fro) wiederfindet
[2] mittelhochdeutsch bort, althochdeutsch bort „Rand“, belegt seit dem 9. Jahrhundert
Meanings
Bücherbrett
Das Wörterbuch steht auf dem Bord.
(Swiss Standard German) Abhang, Rand
„Zum ersten Male sah ich hier hinter des letztern Firngipfeln eine nackte, braune Felsnadel auftauchen, die ich für die höchste Spitze des Weißhorns hielt. In horizontaler Richtung dem Felshang entlang das Bord des Gletschers zu erreichen war […] unmöglich.“ Fehlender Parameter (Hilfe) Abgerufen am 2. August 2018.
Der Begriff stammt aus der niederländischen Seemannssprache; für die mögliche Etymologie gibt es verschiedene Annahmen; eine Deutung beruft sich auf germanisch *burda– „Brett“, danach wäre der Schiffsrand nach dem Holz benannt, aus dem er gebaut ist; eine andere Deutung weist darauf hin, dass althochdeutsch brort ^(→ goh) und altenglisch brord ^(→ ang) sich zu althochdeutsch bort ^(→ goh) „Rand, Kante“ entwickelt haben und Grundlage für das heutige Bord sein können. Das Wort ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.
ursprünglich auch sächlich, das Bord ,
Meanings
[Schiffs-]Rand
Werfen Sie bloß nicht die Abfälle einfach über Bord!
Mann über Bord! Sofort wenden und einen Rettungsring rauswerfen!
„Er schwankte, zog sein Unterhemd aus und fiel beinah über Bord.“ Marc Steadman: Schwarze Chronik. Ein Südstaaten-Dekameron. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980 (übersetzt von Elisabeth Schnack), ISBN 3-596-22489-6, Seite 152 . Englisches Original 1970.
(figurative) Schiff, Luftfahrzeug
„Sie ließen die Diligent komplett überholen und heuerten eine Mannschaft an, welche die Waren für die erste Fahrt nach Martinique an Bord verstaute; das Ganze nahm beinahe neun Monate in Anspruch.“ Robert Harms: Das Sklavenschiff. Eine Reise in die Welt des Sklavenhandels. C. Bertelsmann Verlag, ohne Ort 2004, ISBN 3-570-00277-2, Seite 124. Kursiv gedruckt: Diligent.
„Bei diesem Köder biss er an und sagte, ich solle die Jagdflinte an Bord bringen und sie ihm zeigen.“ James Fenimore Cooper: Ned Myers oder Ein Leben vor dem Mast. 3. Auflage. mareverlag, Hamburg 2017 (übersetzt von Alexander Pechmann), ISBN 978-3-86648-190-9 , Seite 26. Englisches Original 1843.
Er geht in Hamburg an Bord und plant, in Antwerpen von Bord zu gehen.
„Ich muß zurück an Bord, dachte er.“ Jens Rehn, Nachwort von Ursula März: Nichts in Sicht. Schöffling, Frankfurt/Main 2018, ISBN 978-3-89561-149-0, Seite 106.
„Aber sie waren auch immer in Eile und Müdigkeit geschrieben, vielleicht verdarb auch das seltsame Gemisch von Seemannssprache, Plattdeutsch und anderen Dialekten, das wir an Bord redeten, die Orthographie.“ Joachim Ringelnatz: Als Mariner im Krieg. Diogenes, Zürich 1994, Seite 57. ISBN 3-257-06047-5. (Der Text erschien unter dem Namen Gustav Hester im Jahr 1928.)